Das Kind zum Lesen motivieren

Das lesende Kind. Das perfekte Kind. Ich stelle mir vor, wie es an einem regnerischen Sonntag zufrieden auf dem Sofa liegt und Buch um Buch verschlingt. Es nie fragt, ob es gamen oder TV gucken darf. Nein, es versinkt selig in der Welt des geschriebenen Wortes. Ruhig, konzentriert, bedacht.

Anfangs sind Bücher jedoch noch anstrengend. Zu viele Worte. Zu viele Buchstaben. Der Sinn eines ganzen Satzes will sich einem noch nicht so ganz erschliessen. Es ist ein Kampf. Wort für Wort.

So macht Lesen natürlich (noch) keinen Spass. Und Lesen ist auch nicht jedermanns Sache, auch nicht jener, die wirklich lesen können. Bevor man etwas ableht, sollte man sich aber erst richtig damit auseinandersetzen.

Wie aber machen wir dem Kind das wunderbare Universum der Bücher schmackhaft? Wie motivieren wir es, sich einer völlig zubuchstabierten Geschichte, die zwischen zwei Buchdeckel gepresst ist, zu öffnen? Und dies freiwillig?

  • Wie bei Allem, sind auch hier wir Eltern Vorbild. Hängen Mama und Papa nur vor dem TV rum, wünschen sich aber ein belesenes Kind, dann kann es dies zwar nach wie vor werden, aber das Unterfangen könnte sich allenfalls etwas schwieriger gestalten. Also: Lest selber! Erzählt vielleicht auch von den gelesenen Büchern.
  • Wenn die Kinder noch klein sind und keine Buchstaben aneinanderreihen können, sollte man ihnen regelmässig vorlesen. Das weckt das Interesse. Und, wie Goethe schon sagte: Vorlesen ist die Mutter des Lesens. Auch Hörbücher und Hörspiele stimulieren die Sinne.
  • Wir müssen den Kindern aber nicht gleich Goethes Gesamtwerke vorlegen. Den Einstieg erleichtern einfache Bücher, dafür eignen sich Leselernbücher ganz wunderbar. Aber auch Comics und Witzbücher. Oder Magazine. Mit schwieriger Kost ist die Motivation schnell dahin.
  • Das Kind sollte nicht zum Lesen gezwungen werden. Setzt es nicht unter Druck und kritisiert seine Lesekünste nicht.
  • Tut sich das Kind erst noch schwer, kann man auch gemeinsam mit dem Kind lesen. Man liest sich dabei gegenseitig zum Beispiel jeweils eine Seite vor, wechselt ab.
  • Anfangs hilft es auch, wenn das Kind beim Lesen den Zeigefinger einsetzt, damit es sich auf die einzelnen Buchstaben und Wörter konzentrieren kann. Das ist einfacher und damit auch weniger frustrierend, wenn man noch nicht das ganze Wort auf einmal erfassen kann.
  • Da das Kind selbst vermutlich nicht auf die Idee kommt, sollte man es ermutigen, in die Ferien, auf lange Fahrten oder Flüge immer ein Buch einzupacken. Könnte ja sein, dass es mal langweilig wird, und da käme so ein Buch ja wie gerufen.
  • Fragt euer Kind, wofür es sich interessiert und geht gemeinsam zur Buchhandlungen oder besucht Bibliotheken, stöbern darin.
  • Eine gemütliche, gut beleuchtete Leseecke mit Decken und Kissen schreit förmlich danach, regelmässig benutzt zu werden. 

Nadja, Hello Family Bloggerin

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