Kinder und Ämtli – «Mach du doch mal!»

Als ich noch ein Kind war, war das ganz selbstverständlich: Ich habe zuhause mitgeholfen. Mit meinem Bruder haben wir uns beim Küchendienst abgewechselt. Tischdecken, Abräumen, Abwaschen. Eine Woche war er dran, eine Woche ich,…

Wenn wir an manchen Tagen der uns zugeteilten Woche keine Zeit, Lust oder gerade ein Pfläschterli am falschen Ort hatten, stellten wir uns gegenseitig Gutscheine aus, so dass der Andere einsprang. Später bügelte ich dann noch im Akkord Hemden. Und auch beim Putzen halfen wir mit. Wir sahen uns als Team. Also vielleicht nicht in dem Moment, als ich die Kloschüssel reinigen musste, aber so generell gesagt schon, ja. 

Und das sind wir auch. Wir als Familie sind ein Team. Wer Kinder zur Selbstständigkeit erziehen möchte, lässt sie früh mithelfen. Die Zeitspanne, wo sie das gerne und freiwillig tun, ist relativ kurz. Daher macht es Sinn, da früh einzuhaken und sie in den ganzen Alltag zu integrieren und zu veranschaulichen, was der so alles mit sich bringt (Staub, schmutzige Teller, Zahnpastaresten im Lavabo).

Was schon kleine Kinder (ab drei bis vier Jahren) tun können:

  • Tisch decken helfen.
  • Abräumen helfen. Oder wenigstens den eigenen Teller in die Küche tragen.
  • Gemüse, Früchte, Salat waschen.
  • Pflanzen giessen.
  • Pizzas/Wähen belegen, Sugo umrühren, Kuchen dekorieren.
  • Wäsche an kleinem Ständer aufhängen. Oder erste Faltversuche (z.B. Unterhosen, Socken).
  • Post holen (vielleicht nicht gerade die schweren Pakete).
  • Handtücher auswechseln.
  • Abstauben.

Die Kinderchen müssen jetzt natürlich nicht die ganze Liste abarbeiten, während wir die Füsse hochlegen und teetrinkend in einem Magazin blättern. Am besten erstellt man eine Liste der zu erledigenden Arbeiten und bespricht zusammen mit der Nachkommenschaft, welchen Part sie von nun an übernehmen. Ein, zwei Ämtli reichen für den Anfang. 

Grössere Kinder können wiederum überall im Haushalt mit anpacken. Auch hier lässt sich gemeinsam mit ihnen definieren, was in ihren Arbeitsbereich fallen könnte. Für zusätzliche, unregelmässige Jobs (Laub rechen, Schneeschaufeln etc.) könnte man hier einen kleinen finanziellen Zustupf ausmachen. 

Oft sind sie anfangs noch ganz motiviert, haben dann aber irgendwann keine Lust mehr aufs Haushalten. So wie wir auch nicht. Gemacht werden muss es trotzdem. Daher könnte man mit den Kindern gemeinsam überlegen, welche Konsequenzen bei Nichterfüllung gezogen würden. Eine Kürzung der TV-, iPad- oder Gamezeit unterstützt da oftmals gut und motiviert nochmals zusätzlich.

Was Gross und Klein gemeinsam haben: Trotz Ämtliplan muss man sie ab und zu an die Pflichten erinnern. Und wir Eltern, wir sagen Danke, wenn die Kleinen ihre Arbeit erledigt haben. Denn das hören wir selbst auch gern.

Nadja, Hello Family Bloggerin

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