Schritt für Schritt ins neue Abenteuer

Im Juli war es soweit und wir starteten ins Abenteuer Rollenwechsel. Ein sanfter Start mit Ferien und viel Unterstützung und Insider-Tipps meiner Frau. Mittlerweile hat der Alltag Einzug gehalten und ich werde vor immer neue Herausforderungen gestellt, die ich mit unterschiedlichem Erfolg meistere.

Der «Soft Start» kam allen zugute, und wir konnten uns in Ruhe daran gewöhnen, was es heisst, wenn Mami am Morgen früh das Haus verlässt und erst abends wieder heimkommt. Die Schulferien hatten aber auch ihre Tücken, denn die Kinder mussten – ohne regelmässigen «Stundenplan» – umso mehr beschäftigt werden, damit es nicht zum Dauerstreit kam. Mir kam zugute, dass die Kinder in den letzten zwei Ferienwochen jeweils am Morgen Schwimmkurs hatten. Diese Regelmässigkeit war wertvoll, die Kinder wirkten viel ruhiger. Und weil Sie vom Schwimmen müde waren, gabs nach dem Mittagessen erholsame Mittagspausen – auch für Papi!

Nach sechswöchiger Angewöhnungszeit galt es ernst und der Alltag hielt Einzug: Unser Sohn geht wieder in den Kindergarten und unsere Tochter besucht an drei Morgen eine Spielgruppe. Ausserdem steht mit ihr einmal in der Woche Eltern-Kind-Turnen auf dem Programm. Planung ist für mich das A und O, damit ich Einkaufen, Putzen und Kochen neben meiner Teilzeittätigkeit und der Kinderbetreuung auf die Reihe kriege. Vor die grösste Herausforderung stellt mich bis jetzt noch das Kochen: Es fehlt mir schlicht die Routine dabei, und oft kann ich nur schlecht einschätzen, wie lange ich dafür brauche. Mein Anspruch ist, dass ich mit frischen Zutaten abwechslungsreich koche, was viel Zeit beansprucht. So sind momentan bei uns Essenszeiten nach 13 Uhr keine Seltenheit – zum Glück akzeptieren die Kinder das.

Mit den Kindern bewusst Zeit zu verbringen, kommt aus meiner Sicht leider noch zu kurz. Oft vertröste ich die Kinder mit: «Ich bin gleich soweit, nur noch schnell ...», und daraus werden dann meist mehr als fünf oder zehn Minuten. Zum Glück gab es dieses Jahr einige heisse Sommertage, die wir im Schwimmbad verbrachten. Das war für mich wie eine Insel! Es ist mir wichtig, dass wir künftig regelmässig solche gemeinsamen Erlebnisse in unsere Wochenplanung aufnehmen und sich die «neue» Vater-Kinder-Beziehung nicht nur zwischen Putzen, Kochen, Waschen und Einkaufen abspielt.

Die Kinder haben sich schnell an die neue Situation gewöhnt. Was wir merken ist, dass sie ihr Mami am Abend, in der Nacht und auch am Wochenende mehr brauchen als vorher. Diese Zeit fehlt uns als Paar, und es ist höchste Zeit, dass wir wieder regelmässig unsere Babysitterin einspannen, damit wir uns in der Hektik des neuen Alltags mit all seinen Veränderungen nicht verlieren und weiter unsere Beziehung pflegen. Bis jetzt ziehen wir ein positives Fazit, es ist uns aber auch bewusst, dass es mindestens ein Jahr braucht, bis wir beurteilen können, ob es der richtige Schritt war.

Andreas, Hello Family Blogger

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