Die ersten Autonomiebestrebungen unserer Sprösslinge

Wer kennt diese Situation? Du stehst an der Supermarktkasse und verweigerst deinem Kleinkind mal wieder das Schoggi-Ei, das so verführerisch vom Regal lacht. Es kann dein Nein nur schwer akzeptieren. Wut bricht aus ihm heraus, es wirft sich zu Boden. Schlägt mit allen Vieren um sich.

Das Kind hat Schwierigkeiten zu verstehen, dass Mama oder Papa nicht dasselbe wollen, wie es selbst. Es kennt noch keine Handlungsalternativen. Als Eltern steht man in solch unangenehmen Situationen meist recht hilflos daneben. Versucht zu beschwichtigen, zu verhandeln, abzulenken – Oohhh, schau dort, ein herziger Hund! Man versucht, tief durchzuatmen und sich darauf zu konzentrieren, nicht ebenso mit Wut zu reagieren. Es ist nicht leicht.

Beobachte ich eine derartige Szene als Aussenstehende, bin ich meist erleichtert. Beruhigt, dass es auch anderen so geht. Wir sitzen doch alle im selben Boot. Bin ich allerdings selbst mittendrin, weiss ich kaum, was zu tun ist. Das schon mal vorweg: Ein Geheimrezept für die Trotzphase habe auch ich nicht. Obwohl diese bei uns schon einige Zeit anhält.

Kleine Schritte in die Unabhängigkeit

Von Ratgeberseiten weiss ich allerdings: Rein theoretisch sind Geduld und Gelassenheit in Trotzsituationen die erfolgreichsten Reaktionen. Pädagogen sprechen überdies nicht mehr unbedingt von einer Trotz-, sondern vielmehr von der Autonomiephase. Dieser Perspektivenwechsel zeigt auf, dass die Kleinen eben nicht trotzig sind, sondern sie beginnen, unabhängig zu werden. Ein wichtiger Schritt! Denn das Kind ist gerade dabei, neue Fertigkeiten, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl für sich zu entdecken. 

Wie aber können wir als Mamas und Papas das unberechenbare Verhalten unserer Kleinen am besten meistern? Uns haben folgende Tipps mal mehr, mal weniger geholfen:

  • Ruhe bewahren. Tief durchatmen. 
  • Verständnis für die Gefühle des Kindes aufbringen (es kennt keine anderen Handlungsalternativen). Sich nicht darüber lustig machen.
  • Das Kind in seiner Wut freundlich begleiten. Zurückschreien ist kontraproduktiv.
  • Kinder in der Autonomiephase wollen die Dinge meist selber ausprobieren (z. B. Schuhe selber anziehen). Das Kind gewähren lassen und genügend Zeit einplanen.
  • Auf das Kind einreden, bringt während eines Ausbruchs meist wenig. Erklärungen haben danach Platz und Zeit.
  • Das Kind nach einem Gefühlsausbruch umarmen und sagen, dass man es gerne hat. Meist ist dann das Bedürfnis nach Liebe am grössten.
  • Nicht nachtragend sein und immer daran denken: Wutanfälle gehören zu einer gesunden Entwicklung unserer Kinder dazu.
  • Sich selber vergeben, wenn man doch mal laut geworden ist und überreagiert hat.

Isabelle, Hello Family Bloggerin

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