Stillprobleme – nur nicht aufgeben!

«Stillen ist das Beste für Ihr Kind.» Mit dieser Aussage wachsen wir alle auf – denn keine Pulvermilchwerbung kommt ohne aus. Von Gesetzeswegen, versteht sich. Deshalb war für mich klar, dass ich meine Tochter stillen würde.

Gleichzeitig terrorisierte mich der Gedanke bereits während der Schwangerschaft. Ob es wohl klappe? Und ob ich denn keine Schmerzen haben würde? Die Brust ist schliesslich eher als eine sensible Körperregion bekannt. 

Und dann kam unsere Tochter zur Welt. Ich hatte gelesen, dass Babys instinktiv gleich nach der Geburt zu trinken beginnen. Ja, sie können offenbar selber zur Brust hochkrabbeln, wenn es denn sein muss. Nur mein Neugeborenes machte nicht die geringsten Anstalten trinken zu wollen. Das blieb auch die nächsten Tage so. Zwar machte sie manchmal geringe Fortschritte, nach der Brust zu suchen. Trotz grosser Schmerzen gelang es mir jedoch nicht, sie anzusetzen. Vom Pflegepersonal war weit und breit keine Spur. 

Bis zum vierten Tag nach der Geburt, als meine Tochter schon 15 Prozent ihres Körpergewichts verloren hatte und immer noch nicht trinken konnte. Da schlugen die Säuglingsschwestern Alarm, schickten mich zur Milchpumpe. Nur kam da leider nichts raus. Und unser Baby bekam die erste Mahlzeit ihres Lebens – einen Pulvermilchschoppen.

Die Muttermilch kam dann irgendwann. Die Stillprobleme hörten damit aber nicht auf. Unsere Tochter konnte – vermutlich bedingt durch die schwere Geburt – nicht saugen. Nur beissen. In dieser Zeit weinte ich viel, zweifelte an mir als Mutter. Mit ganz viel Hilfe der Hebamme und einer Osteopathin lernte unser Baby dann doch von der Brust zu trinken. Ganze sechs Wochen nach der Geburt.

Ihr seht also, die meisten Stillprobleme lassen sich mit der richtigen Hilfe und Durchhaltevermögen überwinden. Falls es doch nicht klappt, macht euch bitte keine Vorwürfe. Ihr seid keine schlechten Mütter, nur weil ihr eurem Baby die Flasche gebt.

Meine Milch reichte leider nie aus. Ich musste stets Zufüttern. Irgendwann, als ich glaubte, weniger Schoppen geben zu müssen, nahm unsere Tochter während mehrerer Wochen nicht mehr zu. Ich war schockiert und entschloss mich – selbstverständlich in Absprache mit der Kinderärztin – dem Kind zuliebe teilweise Abzustillen. Das war der Anfang vom Ende unserer, sowieso nie wahnsinnig innigen, Stillbeziehung. 

Jetzt bin ich wieder schwanger. Obwohl noch nicht mal in der Hälfte, mache ich mir schon wieder Gedanken über das Stillen. Ob es dieses Mal ohne Drama klappen wird? Oder ob die Milch wieder nicht reicht? Mein Herzenswunsch ist es unser zweites Kind ohne Zufüttern sechs Monate Stillen zu können. Drückt mir die Daumen, dass es klappt.

Deborah, Hello Family Bloggerin

Werbung