Wenn Eltern Grosseltern werden

Mit dem ersten Baby ändert sich vieles. Aus einem Paar werden Eltern und aus den eigenen Eltern werden Grosseltern.

Nach der ersten Freude über den Enkel stellen sich aber schnell viele Fragen auf beiden Seiten. Wie und in welcher Form sind die Grosseltern in Erziehungsfragen involviert? Wie streng oder halt gerade nicht streng dürfen sie sein? Wie oft kümmern sie sich um die Enkel? Möchten sie das überhaupt?

Gerade hier hilft ein offenes und ehrliches Gespräch darüber, welches die gegenseitigen Erwartungen sind. 

Wir haben das grosse Glück, dass meine Mutter einen Tag pro Woche bei uns Zuhause auf unsere Tochter aufpasst. Auch hier hatten wir jedoch die Diskussion, was wir denn erziehungstechnisch genau erwarten würden. Da wir nicht dogmatisch einem bestimmten Erziehungsstil folgen mochten (und dies immer noch nicht tun), wussten wir es selber nicht so recht. Also stürzten sich alle Beteiligten mit bestem Wissen und Gewissen ins Abenteuer; und es ging gut. Grosseltern sind selber Eltern und haben euch auch zu dem gemacht, was ihr seid. So verkehrt können ihre Ideen also nicht immer sein. 

Und doch gibt es immer wieder Konfliktpotenzial. Wenn ihr grundsätzlich komplett andere Ideen habt, was die Erziehung angeht, dann wird ein Kompromiss schwierig zu finden sein. Und ein Verzicht auf die Betreuung über längere Zeit durch die Grosseltern ist wohl die bessere Lösung für alle Beteiligten.

Diese Probleme haben wir zum Glück nicht: Es sind die kleinen Sachen, bei denen wir manchmal insgeheim die Augen verdrehen. Ganz alles machen wir scheinbar nicht richtig. Dem Kind ist entweder viel zu kalt oder viel zu heiss. Den Grosseltern nach, geht Schokolade als Geschenk immer. Ganz generell gehen Geschenke immer. Auch beim Kleidungsstil sind wir uns manchmal uneinig. Aber das sind im Grunde genommen alles keine wirklichen Probleme. Unsere Tochter liebt ihre Grosseltern über alles. Und auch wir haben, seit wir Eltern sind, engeren Kontakt zu unseren Eltern. 

Lasst Grosseltern also Grosseltern sein. Und dazu gehört auch, dass sie eure Kinder ab und zu in einer Form verwöhnen, wie ihr das wahrscheinlich selber bei ihnen nicht erlebt habt, und wie ihr es bei euren Kindern auch nicht machen würdet.

Jérôme, Hello Family Blogger

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