Beikost fürs Baby: So gelingt das Zufüttern

Bei der Einführung von Beikost wünschen sich viele Eltern klare Pläne und Regeln, an die sie sich halten können. Die sind aber nicht besonders sinnvoll, denn jedes Baby ist anders und hat eigene Vorlieben.

Jedes Baby ist anders

Jedes Baby entwickelt sich unterschiedlich und hat somit auch schon im frühen Alter individuelle Bedürfnisse und Essverhaltensweisen. Ein fester Beikostplan, der für alle Babys anwendbar ist, existiert daher nicht. Sie müssen selbst herausfinden, was für Ihr Kleines am besten ist. Es gibt allerdings Empfehlungen, ab wann Sie mit der Beikost beginnen können.

Frühestens ab Vollendung des vierten Monats, spätestens aber am Ende des sechsten Monats können Sie mit dem Zufüttern beginnen. Vorher ist der Verdauungstrakt des Kleinen noch nicht in der Lage, festere Nahrung zu verarbeiten. Der genaue Zeitpunkt, ab dem Ihr Baby reif für Beikost ist, ist nicht vorherzusagen. Er richtet sich vor allem nach der persönlichen Entwicklung Ihres Kindes. Die Beikost erfüllt seine Ernährungsbedürfnisse, wenn die Mutter- oder Säuglingsmilch dies nicht mehr schafft. Natürlich können Sie auch weiterhin zusätzlich stillen.

Aller Anfang ist schwer

Sobald Ihr Baby aufrecht sitzen kann und Interesse an Lebensmitteln zeigt, können Sie allmählich die Beikost einführen. Babys erste Essversuche werden dabei nicht besonders elegant sein: Während der Saug- und Schluckreflex, der beim Stillen oder beim Fläschchengeben wichtig ist, angeboren ist, muss das Kleine die Kombination aus Kauen und Schlucken erst erlernen. Das kann am Anfang mühsam sein. Bei den ersten Versuchen landet mehr Beikost auf dem Lätzchen oder Tisch als im Mund Ihres Babys. Den Brei vom Plastiklöffel auf die Zunge zu kriegen und dann zu schlucken, ist eine Kunst für sich.

Ihr Kind zeigt noch kein Interesse an Brei? Vielleicht ist es einfach noch nicht so weit. Versuchen Sie es in einigen Tagen erneut – Sie haben alle Zeit der Welt! Doch selbst wenn Ihr Baby den Brei mag, vergehen eher Wochen als Tage, bis Sie eine ganze Milchmahlzeit durch Beikost ersetzen können. Haben Sie Geduld und zwingen Sie Ihr Kind nicht. Das Einführen der Beikost sollte spielerisch erfolgen. Zeigt das Kleine nach fünf Minuten kein Interesse mehr, stillen Sie es oder geben Sie das Fläschchen, bevor Frust aufkommt.

Der beste Zeitpunkt dafür, es mit dem ersten Beikostbrei zu versuchen, sind der Vormittag oder die Mittagszeit. Legen Sie die ersten Versuche zwischen zwei Still- oder Fläschchenmahlzeiten: Dann hat Ihr Baby nämlich bereits gefrühstückt, aber vielleicht schon wieder ein bisschen Hunger, sodass es sich auf den Brei einlässt. Ein knurrender Magen ist hingegen keine gute Voraussetzung dafür, mit Brei und Löffel zu experimentieren: Das Kleine wird vermutlich sehr schnell frustriert sein, weil es Hunger hat.

Diese Lebensmittel eignen sich als Beikost

Mit welchem Lebensmittel Sie bei der Beikosteinführung beginnen wollen, bleibt Ihnen überlassen. Führen Sie immer nur ein neues Lebensmittel ein und füttern Sie dieses zwei bis drei Tage lang. So kann sich Ihr Baby daran gewöhnen und Sie entdecken frühzeitig Allergien oder Unverträglichkeiten. Keine Angst! Der erste Brei ist so neu und interessant, dass er auch nach ein paar Tagen noch nicht langweilig wird.

Viele Beikostpläne empfehlen zuerst Gemüse. Besonders beliebt sind Rüebli, weil sie wie Muttermilch süsslich schmecken. Sie werden normalerweise gut vertragen und blähen nicht. Danach können Sie andere Gemüsesorten anbieten, zum Beispiel Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Fenchel, Kürbis, Pastinake oder Zucchini.Später sollten Sie Fleisch als Eisenlieferanten zum Gemüse mischen. Am besten eignet sich mageres Fleisch, das Sie ebenfalls pürieren. Dabei gilt: Je roter, desto eisenreicher. Rindfleisch enthält beispielsweise viel Eisen. Einmal in der Woche können Sie auch fettreichen Fisch in den Brei mischen oder ein entsprechendes Gläschen füttern.

Wollen Sie Ihr Baby vegetarisch ernähren, müssen Sie ganz besonders auf die Zusammensetzung der Baby-Beikost achten, damit es mit ausreichend Eisen versorgt wird. Ersetzen Sie das Fleisch durch ein eisenreiches Getreide, zum Beispiel Haferflocken, und mischen Sie es mit Vitamin-C-reichem Gemüse, Obst oder Fruchtsaft. In Verbindung mit Vitamin C kann der Körper Ihres Babys das pflanzliche Eisen besser verwerten. Milch und Milchprodukte gehören hingegen nicht in den Brei. Das enthaltene Calcium kann die Eisenaufnahme hemmen.

Falls Sie Ihrem Kind ausschliesslich vegetarische Beikost geben, sollten Sie bedenken: Werden gewisse Lebensmittel oder sogar Lebensmittelgruppen ausgeschlossen, erhöht sich das Risiko, dass Ihr Baby nicht ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt beraten oder wenden Sie sich an eine/n Ernährungsberater/in (FH/HF). Auch zur Vorbeugung von Allergien ist das Weglassen oder verzögerte Einführen von Lebensmitteln kein sinnvolles Vorgehen. Eine Ausnahme sind Milchprodukte, da sie zu viel Eiweiss enthalten. Ergänzen Sie Babys Beikost frühestens ab dem siebten Monat mit kleinen Mengen Joghurt oder Milch. Grössere Mengen werden erst nach dem ersten Lebensjahr empfohlen.

Beikost selber machen oder kaufen?

Selbst in die Küche stellen oder lieber die Gläschen aus dem Supermarkt nehmen? Das ist letztendlich Ihre Entscheidung. Bei beiden Varianten gibt es Vor- und Nachteile. Bereiten Sie die Beikost selbst zu, wissen Sie ganz genau, was im Brei enthalten ist. Unerwünschte Zusatzstoffe wie Salz und Zucker können Sie umgehen. Gekaufte Breie sind hingegen rasch zubereitet und praktisch zum Mitnehmen. Die Vorschriften für Babynahrung sind sehr streng. Sie können sich also darauf verlassen, ein sicheres Produkt zu bekommen. Auch wenn Sie den Brei selbst kochen, kann es sinnvoll sein, einige Gläschen als Notvorrat zu haben. Achten Sie darauf, dass die Zutaten des Gläschenbreis Bioqualität haben und kein Zucker, Süssstoffe, Salz oder Gewürze zugesetzt sind.

Babybrei selbst kochen

Hat sich Ihr Baby an die Beikost gewöhnt, sollte eine ausgewogene Mahlzeit Gemüse, Fleisch und eine Stärkebeilage, zum Beispiel Kartoffeln, enthalten. Salz, Zucker und Gewürze haben hingegen nichts in Babys Brei verloren; dafür sind die Geschmacksnerven Ihres Kleinen noch zu sensibel. Frisch gekocht und püriert schmeckt es natürlich am besten. Wenn Ihnen dies zu aufwendig ist, frieren Sie den Brei in kleinen Portionen ein, zum Beispiel in einem Eiswürfelbehälter. Frosten Sie verschiedene Sorten Fleisch- und Gemüsebrei getrennt ein, können Sie diese nach Belieben auftauen und mischen.

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