Babys vs. Ernährungspläne

Bei der Einführung von Beikost wünschen sich viele Mütter klare Pläne und Regeln an welche sie sich halten können – diese sind aber nicht immer empfehlenswert.

Jedes Baby ist anders

Jedes Baby entwickelt sich unterschiedlich und hat somit auch schon im frühen Alter individuelle Bedürfnisse und Essverhaltensweisen. Einige Lebensmittel werden bevorzugt, andere abgewiesen. Einige Babys mögen glatte Babybreie und andere schätzen festere Stücke. Und all das ist völlig normal!

Hilfreiche Empfehlungen anstelle von sturen Plänen

Die richtige Säuglingsnahrung ist nicht in Stein gemeisselt, es gibt allerdings ein paar hilfreiche Tipps und Empfehlungen, an denen Sie sich orientieren können. So empfiehlt die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) bis mindestens zum 4. bzw. 6. Monat nach der Geburt ausschliesslich zu stillen. 

Frühestens ab Vollendung des 4. Monats aber spätestens am Ende des 6. Monats können Sie allerdings mit einer salzlosen Beikost beginnen. Der genaue Zeitpunkt, ab wann ihr Baby reif für Beikost ist, kann individuell unterschiedlich sein. Er richtet sich nach der persönlichen Entwicklung ihres Kindes (z. B. vom Löffel essen können, Interesse und Verlangen nach neuen Lebensmitteln). Ihrem Baby ist der Saug- und Schluckreflex angeboren. Das Kauen und Schlucken zu kombinieren lernt es erst allmählich. Die Beikost ergänzt seine Ernährungsbedürfnisse vor allem ab dem vollendeten 6. Monat, wenn die Mutter- oder Säuglingsmilch nicht mehr allen Ernährungsbedürfnissen entspricht. Aber auch danach können Sie noch weiter stillen. Lassen Sie Ihr Baby nach Hunger essen und nach Durst trinken. Babys haben die angeborene Fähigkeit, die Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr ihrem Bedarf anzupassen.

Welche Lebensmittel zuerst?

Mit welchem Lebensmittel Sie bei der Beikost Einführung beginnen wollen, ist Ihnen frei überlassen und meist kulturabhängig bzw. von Land zu Land unterschiedlich. Wichtig ist, dass immer nur ein neues Lebensmittel eingeführt wird und dies für 2 – 3 Tage lang verfüttert wird. So kann sich ihr Baby daran gewöhnen und Sie können allfällige Allergien oder Unverträglichkeiten frühzeitig entdecken. Beliebt in der Schweiz für die ersten Versuche sind z.B. Früchte zum Z'Vieri und Gemüse zum Mittagessen. Werden gewisse Lebensmittel oder sogar Lebensmittelgruppen ausgeschlossen, erhöht sich das Risiko, dass Ihr Baby nicht ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist. Ausnahme sind da Milchprodukte, da Sie sehr viel Eiweiss enthalten. Frühestens ab dem 7. Monat können kleine Mengen Joghurt oder Milch die Mahlzeit von Ihrem Baby ergänzen. Grössere Mengen werden erst nach dem ersten Lebensjahr empfohlen. Falls Sie ihr Kind vegetarisch oder vegan ernähren wollen, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt darüber oder wenden Sie sich an ein/e Ernährungsberater/-in FH/HF. Auch um Allergien vorzubeugen macht das Auslassen oder verzögerte Einführen von Lebensmittel keinen Sinn. 

Von Babybrei und anderen Möglichkeiten

Sobald Ihr Baby aufrecht sitzen kann und Interesse an Lebensmitteln zeigt, darf mit dem Experimentieren begonnen werden. Nur durch neue Erlebnisse in der Art des Essens (z.B. Stückchen im Brei) lernt es, Kauen und Schlucken zu koordinieren. Am Anfang wird Ihr Kind nur kleine Mengen essen, aus diesem Grund muss die Mahlzeit auch durch Mutter- oder Säuglingsmilch ergänzt werden. Eine vollständige und ausgewogene Mahlzeit anstelle einer Still- oder Schoppenmahlzeit ist im Laufe des 7. Lebensmonats empfohlen. Eine ausgewogene Mahlzeit enthält Gemüse, eine Stärkebeilage (z.B. Kartoffeln) und Fleisch.

Babybrei selber machen oder kaufen?

Für beide Varianten gibt es Vor- und Nachteile. Gekaufte Breie sind rasch zubereitet und praktisch zum Mitnehmen. Beachten Sie, dass selbergemachte Breie ihr Kind eine Vielfalt von Aromen und Geschmacksrichtungen geniessen lassen. Sie sind den Essgewohnheiten ihrer Familie ähnlich und verursachen weniger Verpackungsmüll.

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