Lactose- und Glutenunverträglichkeit

Klagt Ihr Kind öfter über Bauchschmerzen? Ist es ohne erkennbaren Grund müde und gereizt? Dahinter kann eine Lebensmittelunverträglichkeit stecken. Häufig sind Milch- oder Getreideprodukte der Kern des Übels. Erst einmal erkannt, kann man gut mit einer Lebensmittelintoleranz leben.

Nahrungsmittelunverträglichkeit ist nicht gleich Allergie

Rund zwei Millionen Schweizer leiden an einer Lebensmittelunverträglichkeit. Nach dem Genuss von bestimmten Nahrungsmitteln klagen sie über Symptome wie Verdauungsbeschwerden. Auch Kinder sind davon betroffen. Dabei muss man die Unverträglichkeit von einer Allergie unterscheiden. Bei einer Allergie wehrt sich der Körper gegen Eiweisse, die es für Allergene hält. Das Immunsystem bildet Antikörper, die Reaktion auf eigentlich harmlose Stoffe wie zum Beispiel Milcheiweiss, welche mitunter heftig ausfallen können.

Die Unverträglichkeiten treten nicht nur im Kleinkindalter auf, sondern auch im Erwachsenenalter. Ein Arztbesuch ist für eine richtige Diagnose unumgänglich. Nur wenn bekannt ist, welche Lebensmittelbestandteile Beschwerden auslösen, kann eine korrekte Therapie durchgeführt werden, ohne Nährstoffmangel und mit viel Freunde beim Essen.

Lactoseintoleranz: Wenn Milchprodukte Beschwerden bereiten

Etwa jeder fünfte Schweizer leidet an einer Lactoseintoleranz. Milch sowie Milchprodukte wie Rahm oder Joghurt enthalten Milchzucker, auch Lactose genannt. Dieser wird im Darm von dem Verdauungsenzym Lactase aufgespalten. Anschliessend geht der aufgespaltene Milchzucker im Dünndarm ins Blut über. Bei einer Intoleranz produziert der Körper zu wenig Lactase. Die Folge: Der Milchzucker wird nicht verdaut, sondern gelangt ungespalten in den Dickdarm. Dort wird der Milchzucker von den angesiedelten Bakterien verstoffwechselt. Daraus entstehen Gase. Diese können wiederum Übelkeit, unspezifische Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall auslösen. Klagt Ihr Kind nach dem Essen von Milchprodukten über «Bauchweh» kann möglicherweise eine Lactoseintoleranz dahinter stecken.

Glutenunverträglichkeit: Wenn Getreide nicht mehr gut tut

Etwa ein Prozent der Schweizer leidet an der Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit, bei der schon kleine Mengen von Gluten die Dünndarmschleimhaut schädigen. Gluten ist ein Getreideiweiss, welches in zahlreichen Getreidesorten wie Weizen, Roggen  oder Dinkel vorkommen. Die Symptome sind sehr unterschiedlich, was die Diagnose erschwert. Bei Kleinkindern können folgende Anzeichen auftreten:

  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Wachstumsstörungen bis -stillstand
  • Gereiztheit, Weinerlichkeit
  • Nährstoffmangel

Bei älteren Kindern und Erwachsenen hat eine Glutenunverträglichkeit oft folgende Symptome:

  • Blutarmut
  • Mangelerscheinungen wie beispielsweise Eisenmangel
  • Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung
  • Erschöpfung, Müdigkeit
  • Verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsprobleme
  • Depressive Verstimmung

Eine Frage der Ernährung

Lactose- und Glutenintoleranz sind unangenehm, lassen sich mit der richtigen Ernährung aber gut in den Griff bekommen. Die beiden Stoffe stecken in vielen Lebensmitteln – oft auch in solchen, in denen man sie nicht erwartet. Lactose findet sich zum Beispiel auch in Zutaten von Fertiggerichten, Gewürzzubereitungen sowie Wurst und Fleisch. Gluten findet sich überall dort, wo die entsprechenden Getreidesorten verarbeitet werden. Da hilft nur ein Blick auf die Zutatenliste. Die Hersteller muss deklarieren, ob und welche Allergieauslöser oder Spuren davon enthalten sind. Bei Fragen zum Thema Deklarationen können Sie sich gerne an die Coop Fachstelle Ernährung wenden.

Gerade für Kinder ist es schwierig, wenn sie den geliebten Erdbeerjoghurt, ein Stück Brot oder die Schokokekse nicht mehr essen dürfen. Viele Lebensmittelhersteller bieten deshalb spezielle Produkte an, die frei von Lactose oder Gluten sind. Mithilfe dieser Nahrungsmittel müssen sich Personen, die an Lactose- oder Glutenunverträglichkeit leiden, kaum einschränken – das Angebot ist mittlerweile sehr umfassend und wird stetig erweitert. Weitere Informationen zu den Coop Free From Produkten. Bei Lactoseintoleranz gibt es die Möglichkeit, das Enzym Lactase als Tabletten oder Kapseln einzunehmen. So kann man in Ausnahmefällen, zum Beispiel auf einer Familienfeier, lactosehaltige Lebensmittel ohne Reue geniessen.

Es gibt viele Lebensmittel, die von Natur aus keine Lactose bzw. kein Gluten enthalten. Bei den Milchprodukten können viele Betroffene Hart- und Halbhartkäse problemlos essen, da die Lactose bei der Käsereifung abgebaut wird. Wenn bei einer Lactoseintoleranz Spuren von Milchzucker gegessen oder getrunken werden, dann ist es zwar unangenehm aber es gibt keine Folgeschäden.Bei einer Zölikalie oder Glutenunverträglichkeit weichen sie auf glutenfreie Getreidearten aus, zum Beispiel Mais, Reis, Teff oder Hirse sowie Pseudogetreide wie Amaranth, Buchweizen oder Quinoa. Gemüse, Früchte, Kartoffeln, Nüsse, Milchprodukte, Fisch und Fleisch sind ebenfalls frei von Gluten.

Gerade nach dem die Diagnose neu ist, kann es sein dass man den Überblick über die vielen Informationen verliert. Eine Ernährungsberater oder ein Ernährungsberater kann da Licht ins Dunkle bringen und bei der Ernährungsumstellung unterstützend sein. 

Weitere hilfreiche Informationen:

www.aha.ch

www.zoeliakie.ch

www.svde-asdd.ch/beraterinnen-suche/

GlutenCheck bei Coop Vitality

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