Schulanfang – die richtige Einstellung

Dem Schulanfang sehen Kinder und Eltern oft mit gemischten Gefühlen entgegen: Einerseits freut man sich auf das Neue, das ansteht, andererseits weiss man nicht genau, worin das Neue besteht. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Schuleintritt Ihres Kindes gelassen angehen können.

Mit dem ersten Schultag beginnt für Kinder und Eltern ein neuer, aufregender Lebensabschnitt.

Wenn Kinder in die Schule eintreten, werden Eltern oft an ihre eigene Schulzeit erinnert. Es ist wichtig, dass Kinder mit einer realistischen Einstellung ihre «Schulkarriere» antreten. Dafür sind in erster Linie die Eltern verantwortlich.

Sie sollen im Idealfall weder zu hohe Erwartungen schüren («Du wirst sehen, die Schule wird dir wahnsinning viel Spass machen!») noch im Voraus auf mögliche Schwierigkeiten hinweisen («In der Schule muss man sich konzentrieren. Mal schauen, ob du Zappelphilipp das auch kannst.»).

Am besten vermittelt man die Informationen über die Schule in einem freundlichen, aber sachlichen Ton: «Am ersten Tag triffst du die anderen Schulkameraden. Die sind genauso gespannt wie du.»

Eltern aufgepasst

Keineswegs soll man den Schuleintritt als Drohmittel benutzen, in der Art: «Wart Du nur, die Lehrerin wird dir solche Flausen schon noch austreiben.» Die Aufgabe der Schule ist es, Wissen zu vermitteln und die Kinder zu sozialisieren. Die Erziehung der Kinder, das Weitergeben von Wertenvorstellungen ist immer noch vor allem Sache der Eltern und kann nicht an die Schule delegiert werden. Das Kind lernt neue Auffassungen und Verhaltensweisen kennen, die sich nicht immer mit denen der Eltern decken. Diese Erkenntnis mag schmerzlich sein, ist aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur selbstbestimmten Entscheidungsfähigkeit des Kindes.

Kein Abbild der Eltern

Wenn Kinder in die Schule eintreten, werden Eltern oft an ihre eigene Schulzeit erinnert, die vielleicht nicht immer schön war. Egal, ob die Eltern begeisterte Schüler waren oder das Gegenteil: Kinder sollen ihre erste Erfahrungen mit der Schule unbelastet von der elterlichen «Geschichte» machen können. Kinder sind einzigartige Persönlichkeiten, nicht einfach Abbilder ihrer Eltern, und als solche haben sie vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, die sie vielleicht an ganz andere Wege führen als ihre Eltern.


Ein Erstklässler sollte Folgendes selber können:

  • Sich selber anziehen
  • Den Schulweg allein zurücklegen
  • Das Schulzeug selbständig vorbereiten
  • Hausaufgaben erledigen (+/- 20 Minuten sind angebracht)
  • Ans Turnzeug denken und dies auch wieder nach Hause bringen