Trennung mit Kindern: So machen Sie es Ihrem Kind leichter

Mag es für das Paar auch eine Befreiung sein, für die Kinder ist es fast immer eine Tragödie: die Trennung. Wann und wie Sie es den Kindern sagen und wie Sie sich Ihren Kindern gegenüber jetzt verhalten, beeinflusst massgeblich, wie Ihr Kind mit dieser Veränderung fertig wird.

Wie sich eine Trennung auf Kinder auswirken kann

Es ist nie leicht, wenn ein Paar sich trennt. Sind Kinder involviert, gestaltet sich das Ganze noch schwieriger. Denn während für die Eltern mit der Scheidung ein Lebensabschnitt zu Ende geht, bedeutet die Trennung für die Kinder meist das Ende der Welt, wie sie sie bisher kannten. Schlimmstenfalls können Verlustängste, gesundheitliche Probleme und Verhaltensauffälligkeiten die Folgen sein.

Eine Trennung muss kein Nachteil sein

Ein Trost für geschiedene Eltern: Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität in München hat ergeben, dass Kindern aus der Trennung ihrer Eltern – ist diese erst einmal ausgestanden – kein Nachteil erwächst. Im Rahmen einer jahrelangen Beobachtung von Scheidungskindern und Kindern aus «traditionellen Zweielternfamilien» konnten keine gravierenden Unterschiede in der Persönlichkeitsentwicklung oder im Sozialverhalten festgestellt werden. Kinder wachsen heute in verschiedensten Familienkonstellationen auf, von Alleinerziehenden bis zu Patchwork-Familien, ohne deswegen stigmatisiert zu werden.

Und sie sind sehr wohl in der Lage, sich gut mit der Trennung ihrer Eltern zu arrangieren. Die Studie ergab, dass es bei einer Trennung mit Kindern etwa zwei bis drei Jahre dauert, bis sie ein neues Gleichgewicht gefunden haben. Voraussetzung ist, dass auch die Eltern sich in der neuen Situation zurechtfinden und ein harmonisches oder zumindest partnerschaftliches Verhältnis zueinander pflegen. So sehr die Trennung also auch wehtut, entscheidend ist nicht, ob die Eltern sich trennen, sondern wie sie es tun.

Trennung: Wann und wie den Kindern sagen?

Erzählen Sie Ihren Kindern erst von der Trennung, wenn diese endgültig feststeht, und zwar für beide Seiten. Einseitig Trennungswünsche zu äussern ist genauso unnötig, wie nach einem Streit aus einem spontanen Impuls heraus von Trennung zu sprechen. Damit belasten Sie Ihre Kinder nur unnötig. Erst wenn beide Parteien sich darüber einig sind, dass die Beziehung nicht mehr zu retten ist und konkrete Trennungspläne ins Auge gefasst werden, sollten Sie die Kinder einweihen.

Warten Sie damit aber auch nicht zu lange. Genauso wenig sollte sich das Kind nämlich überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt fühlen. Geben Sie Ihrem Kind ausreichend Zeit, sich mit der Vorstellung einer Trennung auseinanderzusetzen, bevor ein Elternteil tatsächlich seine Sachen packt.

Ist der Zeitpunkt gekommen, sollten sich unbedingt beide Eltern mit den Kindern zusammensetzen und gemeinsam über die Trennung sprechen. Vermeiden Sie es, dabei allzu detailliert auf die Trennungsgründe einzugehen. Das führt in der Regel nur zu gegenseitigen Vorwürfen, die sich negativ auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirken können. Fassen Sie sich stattdessen kurz und richten Sie Ihr Augenmerk auf die konkrete Zukunft Ihrer Kinder.

Trennung: Wie Sie es Ihren Kindern verständlich sagen

Besonders kleine Kinder haben noch keine Vorstellung von Liebe und Partnerschaft. Für sie ist vor allem wichtig, was die Veränderung für sie bedeutet (z.B. «Mama/Papa wird ausziehen, wird aber immer noch sehr oft mit dir spielen.»). Genauso wie ältere Kinder brauchen sie jetzt vor allem viel Nähe, Aufmerksamkeit und das Gefühl, dass beide Eltern immer noch für sie da sind, auch wenn sich vieles ändern wird. Sehen die Kinder, dass ihre Eltern die Situation im Griff haben und können sie sich konkret vorstellen, wie ihr Alltag als Trennungskind aussehen wird, haben sie weniger Ängste und neigen weniger dazu, die Schuld für die Trennung bei sich zu suchen.

Ziel eines Paares bei einer Trennung mit Kindern sollte es immer sein, trotz aller Kränkungen zu kooperieren, um das Kind weiterhin gemeinsam erziehen zu können. So kann es weiterhin eine gesunde Beziehung zu beiden Elternteilen pflegen, ohne permanent ein schlechtes Gewissen zu haben oder sich für einen von beiden entscheiden zu müssen. Eine Situation, die Ihr Kind weit über die Trennung hinaus belasten kann.

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