Die ersten Anzeichen für den Geburtsbeginn

Der Zeitpunkt, an dem die echten Wehen einsetzen, ist bei jeder Frau anders. Das gilt auch für alle weiteren Anzeichen für den Geburtsbeginn.

Schwangere Frauen sollten sich mit den typischen Anzeichen für eine bevorstehende Geburt vertraut machen.

In manchen Fällen beginnen die Wehen bereits viele Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin. Wird nichts dagegen getan, riskiert man eine Frühgeburt. Es ist also ratsam, sich mit den typischen Symptomen der echten Wehen vertraut zu machen, um im entscheidenden Moment darauf vorbereitet zu sein und die Geburt eventuell noch etwas hinauszögern zu können.

Das ist aber leichter gesagt als getan. In den letzten Wochen vor der Geburt haben fast alle Schwangeren eine Art Vorwehen, Übungswehen, wilde Wehen oder Senkwehen, die ganz ähnlich wie echte Wehen sein können.

Wenn die Kontraktionen allmählich stärker und schmerzhafter werden, länger andauern und in immer kürzeren regelmässigen Abständen auftreten, können Sie davon ausgehen, dass es nun ernst wird. Kontraktionen, die länger als 20 und bis zu 60 Sekunden andauern, über eine Stunde hinweg alle fünf bis sieben Minuten auftreten und kontinuierlich schmerzhafter werden, sind normalerweise ein sicheres Anzeichen für die «echten» Wehen. Sie ähneln etwas den Schmerzen während der Periode, die im Bauch, im Rückenbereich oder in den Oberschenkeln spürbar sind. Später können sich die Wehen wie ein Gürtel anfühlen, der immer enger wird und sich dann wieder lockert. Setzen die Geburtswehen in der Nacht ein, ist es praktisch unmöglich, wieder einzuschlafen, da die Kontraktionen immer stärker werden. Zwischen den Wehen liegt jeweils eine völlig schmerzfreie Phase. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Wehen eingesetzt haben, ist, dass sie durch ein warmes Bad nicht gemildert, sondern eher noch verstärkt werden. Jede Frau wird jedoch die Wehen wieder anders erleben, da nicht alle Frauen im selben Masse schmerzempfindlich sind.

Darüber hinaus gibt es noch eher unspezifische Veränderungen, an denen gut informierte Schwangere und erfahrene Mütter erkennen, dass es jetzt innerhalb von Stunden oder Tagen los geht. Dazu gehört der Abgang des eventuell leicht blutigen Schleimpfropfs (Zeichnen). Er bildet sich zu Beginn der Schwangerschaft im Muttermund und schützt dort die Gebärmutter vor aufsteigenden Keimen. Mit Einsetzen der Wehen weitet sich der Muttermund, und dabei löst sich der Schleim. In den meisten Fällen geschieht dies ungefähr einen Tag vor der Geburt.


Weitere Anzeichen für die bevorstehende Geburt

  • Körperliche Unruhe: Viele Schwangere sind kurz vor Wehenbeginn plötzlich voller Energie und Tatendrang und verspüren beispielsweise das Bedürfnis, das ganze Haus zu putzen (der sogenannte Nestbau-Instinkt). Sparen Sie Ihre Kräftereserven für die bevorstehenden Anstrengungen der Geburt
  • Rückenschmerzen, vor allem im unteren Rückenbereich ähnlich wie Regelschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Erschöpfung und gleichzeitig Schlafstörungen
  • Muskelzittern: Der Körper versucht auf diese Art, Spannungen zu lösen. Ein warmes Bad oder eine Massage können hier Abhilfe schaffen
  • Durchfall

Ganz eindeutig ist jedenfalls: Wenn Sie regelmässig und häufig (bei Erstgebärenden alle 10 Minuten) auftretende Kontraktionen feststellen oder Ihre Fruchtblase platzt (Blasensprung), sollten Sie sich umgehend mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin oder Ihrer Hebamme in Verbindung setzen. Er oder sie wird Ihnen sagen, ob Sie noch zu Hause bleiben können oder schon ins Spital gefahren werden müssen.


swissmom und Hello Family

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