Die Entwicklung des Kindes im 4. Lebensjahr

Mit drei Jahren glaubt Ihr Kind, es sei gross. Ein Jahr später ist es dann auch tatsächlich so: Ihr Kind ist gross und selbstständig geworden.

Behalten Sie Ihr Kind immer im Blick

Auch beim Malen zeigen sich die verfeinerten motorischen Fähigkeiten Fünfjähriger, sie zeichnen nicht mehr lediglich einzelne Figuren nebeneinander, sondern zusammenhängende Situationen.

Jetzt zieht sich Ihr Kind ohne Schwierigkeiten aus und an. Das geschieht sogar verhältnismässig flink. Wenn es schon eine Spielgruppe besucht, wird ihm das Zusammensein und Spielen mit anderen Kindern wahrscheinlich viel Spass machen. Das Spiel in der Gruppe ist eine beliebte Abwechslung zum Zusammensein mit den Eltern. Ausserdem verkleidet es sich gerne und ahmt das Alltagsleben in Rollenspielen nach.

Auch das «Dökterle» ist in der Phase recht beliebt, dadurch befriedigt es seine Neugier auf das andere Geschlecht. Greifen Sie aber ein, wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Ihr Kind bei bestimmten Handlungen unwohl fühlt.

Ihr Kind geht jetzt gerne nach draussen auf den Spielplatz, dort trifft es andere Kinder zum Spielen. Manchmal mag es aber auch einfach allein sein. Dann beschäftigt es sich intensiv mit Puzzles, Bauklötzchen und Legosteinen. Es wird selbstersonnene Gebilde bauen und stolz darauf sein. Trotz aller Selbstständigkeit braucht Ihr Kind im Alter von vier Jahren Ihre Nähe, Zeit und Liebe. Nur mit Ihrer Unterstützung wird es in der Lage sein, seine Persönlichkeit zu entwickeln und immer selbstständiger zu werden. Ausserdem kann es Gefahrensituationen noch nicht richtig einschätzen. Behalten Sie Ihr Kind deshalb immer im Blick, um notfalls schnell eingreifen zu können. 

In den Zeichnungen Ihres Kindes zeigt sich immer mehr Kreativität. Es malt auch gerne Vorlagen aus und bereitet sich mit einfachen Lernspielen auf die Schule vor. Es erkennt immer mehr Dinge aus seinem Alltag wieder und spielt deshalb leidenschaftlich gern Memory. Vielleicht schreibt es auch schon erste Zahlen und Buchstaben. Unterstützen Sie Ihr Kind beim spielerischen Lernen, aber setzen Sie es nicht unter Druck und vergleichen Sie es vor allem nicht mit anderen Kindern.

Mädchen und Jungen grenzen sich voneinander ab

Ihr Kind beginnt, sich in dieser Lebensphase sexuell zu entwickeln, was auf Eltern mitunter etwas befremdlich wirkt. Die Neugier auf das andere Geschlecht nimmt zu. Viele Kinder erleben jetzt ihre erste grosse Liebe: Mädchen möchten ihren Vater ehelichen, Jungs die Mama, obwohl die Kleinen durchaus wissen, dass ihre Eltern schon vergeben sind. An kleinen Eifersüchteleien hindert es sie trotzdem nicht. Doch auch diese Phase hat irgendwann ein Ende. Das Gleiche gilt für die Begeisterung von Jungen für Räuber-und-Gendarm-Spiele. Aus fast allem wird eine Waffe gebastelt – das gehört einfach zur Entwicklung der meisten von ihnen. Mit der Zeit wird Ihr Kind mehr Mitgefühl für andere zeigen. Dann müssen Sie nicht mehr eingreifen, wenn es beim Spielen grob wird, weil die Kleinen schubsen, schlagen und miteinander kämpfen. 

Mädchen geben sich in dieser Entwicklungsphase vor allem ihren Leidenschaften und Träumereien hin. Stundenlang betrachten sie Bücher, hören CDs oder lauschen Geschichten. Manche entwickeln zudem eine regelrechte Fernsehsucht. Auch das Sammeln und Horten von Schätzen und Geheimnissen gehört dazu. Viele Mädchen eifern jetzt der Mama oder angehimmelten Stars nach und geben sich betont weiblich. Sie experimentieren mit Mamas Schminkschatulle, probieren ihre Kleidung an und wollen sich möglichst schön machen. Die Entwicklung des Kindes mit 4 Jahren ist geprägt von der Herausbildung einer eigenständigen Persönlichkeit und dem Bestreben, die Welt um sich herum zu entdecken.


swissmom und Hello Family

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