Der Nuggi als Seelentröster

Nuggis sind ein heiss diskutiertes Thema. Es gibt viele Argumente, die für einen Nuggi sprechen, aber auch viele dagegen. Für Eltern ist er oft eine Entlastung im Alltag mit Baby. Denn der beruhigende Nuggi entschärft manche Situation, in der das Kleine kurz vor einem Schreianfall steht.

Nuggeln ist ein natürlicher Reflex

Es gibt verschiedene Nuggis.

Befürworter des Nuggis weisen darauf hin, dass seine Verwendung unbedenklicher als Daumenlutschen ist. Nuggis sind kieferfreundlicher, da sie sich aufgrund ihres Materials leichter dem Kiefer anpassen. Ausserdem können sich die Kleinen von ihm schneller entwöhnen als vom Daumennuggeln, da der Daumen ja schliesslich immer zur Verfügung steht. Babys, die gestillt werden, benötigen aber grundsätzlich weder Baby-Nuggi noch Daumen, da ihr Nuggelbedürfnis auf natürliche Weise befriedigt wird.

Der Saugreflex ist angeboren. Schon im Bauch wird fleissig am Daumen genuggelt. Nach der Geburt wird dann instinktiv an Mamas Brust nach der Brustwarze gesucht und mit dem Saugen begonnen. Der natürliche Reflex ist lebenswichtig für das Baby und gleichzeitig Balsam für die Seele. Denn das Saugen an Mamas Brust oder am Nuggi wirkt schmerzlindernd und beruhigend.

Worauf Sie beim Nuggi achten sollten

Wenn Sie Ihrem Kind einen Nuggi geben wollen, sollten Sie drei goldene Regeln im Hinterkopf behalten, damit er richtig eingesetzt wird und nicht schadet.

  1. Starten Sie mit dem Nuggi nicht zu früh. Wird er zu früh gegeben, kann sich das negativ auf das Stillen auswirken, denn das Baby saugt an einem Nuggi anders als an Mutters Brust – einige Kinder gewöhnen sich so die falsche Saugtechnik an. Geben Sie Ihrem Kind den Baby-Nuggi daher frühestens, wenn es ein paar Wochen alt ist.
  2. Wird es Zeit, die ersten Worte zu erlernen, kann der Nuggi die Sprachentwicklung verzögern. Denn wenn die Zunge damit beschäftigt ist, den Nuggi im Mund zu halten, wird die Artikulation beeinträchtigt. Das notwendige Schlucken lässt sich nicht richtig trainieren. Deshalb sollte dem Baby der Nuggi auch nie über mehrere Stunden gegeben werden. Wenn Ihr Kind mit dem Nuggi im Mund zu sprechen versucht, sagen Sie ihm, dass Sie es nicht verstehen. Sorgen Sie dann dafür, dass es den Nuggi aus dem Mund nimmt. Ansonsten gewöhnt es sich falsche Techniken beim Sprechen an.
  3. Bis zum dritten Lebensjahr sollten Sie Ihrem Kind den Nuggi abgewöhnen. Je weiter Sie das hinauszögern, desto schwerer wird es Ihrem Kind fallen, auf den Nuggi zu verzichten.

Welcher Nuggi ist der richtige?

Ein guter Nuggi übt wenig Druck auf den Kiefer aus, bietet der Zunge ausreichend Platz und behindert nicht beim Schlucken. Man unterscheidet in der Regel zwei Arten von Nuggi. Bei der asymmetrischen Form wölbt sich der Sauger nach oben, wobei die untere Fläche leicht nach innen gebogen ist. Dadurch entspricht dieser Nuggi am ehesten der Brustwarze beim Stillen, Kiefer und Gaumen werden bestmöglich entlastet. Damit es nicht zu einer Fehlbildung des Kiefers kommt, müssen Sie immer aufpassen, dass Ihr Baby den Nuggi nicht verkehrt herum in den Mund steckt.

Die symmetrische Form dagegen hat eine leichte, in alle Richtungen gleichmässig ausgeprägte Wölbung. Der Nuggi verformt sich erst während des Nuggelns. Der grosse Vorteil liegt vor allem darin, dass er nie falsch im Mund sitzt. Auch wenn er sich dreht, wird kein erhöhter Druck auf den Kiefer ausgeübt. 

Wie beim Design müssen Sie auch beim Material letztlich selbst entscheiden, was das Beste für Ihr Baby ist. Weder Latex noch Silikon schaden Ihrem Kind. Das Naturmaterial Latex ist zwar angenehm weich, muss aber meist auch früher ersetzt werden. Hinzu kommt, dass einige Babys allergisch auf die Eiweisse im Material reagieren. Silikon ist härter und behält länger seine Form. Allerdings können die ersten Zähnchen das Material schnell beschädigen.

Prinzipiell kann man den Nuggi mit dem Namen des Babys oder einem anderen Motiv individualisieren zu lassen. Das hat einen ganz pragmatischen Vorteil: Der Nuggi wird nicht mehr so leicht mit denen anderer Kinder verwechselt. Doch auch, wenn der Nuggi dadurch nicht so schnell im Mund eines anderen Babys landet, müssen Sie natürlich trotzdem auf Keimfreiheit achten. Das heisst konkret: Wie die Schoppen müssen Sie den Nuggi regelmässig auskochen oder sterilisieren. Und nach einiger Zeit muss ein Nuggi schliesslich auch durch einen neuen ersetzt werden.

Nicht jedes Baby mag den Nuggi

Manch ein Baby lässt sich keinen Nuggi angewöhnen. Obwohl der Saugreflex angeboren ist, lehnen einige Babys den auf viele Kinder so beruhigend wirkenden Nuggi ab. Einige beruhigen sich auch ohne das kleine Hilfsmittel schnell, andere hingegen steigern sich so in ihren Ärger hinein, dass sie den Nuggi wieder ausspucken. Wieder andere bevorzugen schlicht den Daumen, das Nuscheli oder Mamas Finger. Eben alles, was Wärme und Nähe vermittelt.

Prinzipiell ist der Verzicht auf einen Nuggi nicht problematisch, wenn das Kleine sich auch ohne wohlfühlt. Wenn es allerdings nur schwer zur Ruhe kommt oder Sie es vom Daumen entwöhnen möchten, kann es hilfreich sein, unterschiedliche Modelle auszutesten, um das Baby doch noch an einen Nuggi zu gewöhnen.

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