Trinken, bevor der Durst kommt

Viele Kinder trinken zu wenig oder das Falsche. Durst ist das Alarmzeichen, dass dem Körper bereits Wasser fehlt. Schon eine leichter Flüssigkeitsmangel hat Folgen und kann sich auch negativ auf die schulischen Leistungen auswirken.

Ohne Wasser läuft nichts

Wasser ist für Kinder der gesündeste Durstlöscher.

Wasser wird im Körper überall gebraucht. Zum Beispiel transportiert es Nährstoffe in die Zellen und ist an fast allen Stoffwechselvorgängen beteiligt.

Ein Teil der benötigten Flüssigkeit steckt in unserem Essen, in Früchten und im Gemüse, im Salat, in Milchprodukten und anderen wasserreichen Lebensmitteln. Der Grossteil der Flüssigkeit, die unser Körper benötigt, muss aber über Getränke zugeführt werden. Kinder und Jugendliche sollten je nach Alter knapp ein bis zwei Liter Flüssigkeit am Tag trinken.

Wenn wir zu wenig trinken, werden Mund und Schleimhäute trocken. Flüssigkeitsmangel kann ernste Folgen haben: Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen oder Sehschwierigkeiten können auftreten. Bei Schulkindern verschlechtern sich im Extremfall sogar die Schulnoten.

Die gesündesten Durstlöscher

Der beste Durstlöscher ist pures Wasser. Es ist kalorienfrei und enthält weder Zucker noch Aromen oder Farbstoffe. Leitungswasser ist ebenso geeignet wie Mineralwasser. In der Schweiz sind strenge und regelmässige Kontrollen vorgeschrieben. Sie sorgen dafür, dass fast überall einwandfreies Trinkwasser aus dem Hahn kommt.

Gute Durstlöscher sind auch ungesüsste Kräuter- oder Früchtetees. Hier gibt es eine grosse Auswahl, so dass Sie sicher Sorten finden, die Ihr Kind mag. Grade Früchtetees schmecken auch kalt wunderbar.

Süsse Getränke sind keine Lösung

Kinder lieben es süss, auch beim Trinken. Geben Sie ihnen trotzdem möglichst keine Süssgetränke. Fruchtnektar, Cola oder Ice Tea sind schlechte Durstlöscher. All diesen Getränken wird viel Zucker zugesetzt, häufig mehr als 100 Gramm pro Liter – das sind rund 30 Stück Würfelzucker. Solche Mengen Zucker greifen nicht nur die Zähne an, sondern können langfristig auch dick machen.

Auch Light-Produkte sind süss

Neben den gewöhnlichen Süssgetränken gibt es immer mehr «Light»-Getränke. Diesen werden statt Zucker Süssstoffe oder Zuckeraustauschstoffe zugesetzt. Zwar sind Light-Getränke tatsächlich kalorienärmer als die gezuckerten Varianten – viele sind sogar kalorienfrei. Ihre Kinder sollten Sie aber besser gar nicht an den süssen Geschmack gewöhnen. Sonst verlangen sie später erst recht süsse Getränke und Naschereien.

Natürliche Getränke mit vielen Kalorien

Natürliche Fruchtsäfte enthalten ähnlich viele Kalorien wie Süssgetränke, denn in allen Früchten steckt natürlicher Fruchtzucker. Bieten Sie Ihren Kindern daher am besten verdünnte Fruchtsäfte an.

Auch Milch sollte nicht zum Durstlöschen angeboten werden. Mit mehr als 120 Kilokalorien ist ein 0,2-Liter-Glas Vollmilch kalorienreicher als die gleiche Menge Süssgetränk.

Kaffee und Alkohol sind für Kinder tabu

Es sollte selbstverständlich sein, aber dennoch sei es an dieser Stelle erwähnt: Alkoholische Getränke sind absolut nicht geeignet für Kinder. Alkohol schadet Leber und Gehirnzellen und kann bei Kindern dauerhafte Schäden anrichten. Geben Sie Ihren Sprösslingen bitte auch keinen «Probierschluck» zu Weihnachten oder Silvester. Dadurch werden die Kinder zu früh an den Geschmack gewöhnt. Meiden Sie Rezepte, in denen mit Alkohol gekocht wird. Zwar verdunstet beim Kochen ein Teil des Alkohols, allerdings nicht vollständig. Bei Desserts, die nicht erhitzt werden, bleibt sogar der volle Alkoholgehalt erhalten.

Auch Kaffee ist für Kinder nicht geeignet, da Koffein den Kreislauf belastet und nervös machen kann. Das Gleiche gilt für schwarzen Tee.


So viel sollte Ihr Kind trinken

AlterEmpfohlene Getränkezufuhr pro Tag in ml

1 Jahr

600

2 bis 3 Jahre

700

4 bis 6 Jahre

800

7 bis 9 Jahre

900

10 bis 12 Jahre

1000

13 bis 18 Jahre

1000 bis 2000

Tipps für Trinkmuffel und Tee-Verweigerer

  • Stellen Sie Ihren Kindern zuhause immer einen Becher mit Wasser, Tee oder stark verdünntem Fruchtsaft in Reichweite. Ein bunter Becher oder eine lustige Trinkflasche für die Schule machen Lust aufs Trinken.
  • Wenn Ihr Kind kein Wasser mag, probieren Sie eine neue Teesorte oder peppen Sie Früchtetee mit einem Schuss Saft auf.
  • Vorsicht mit Süssgetränken! Sie enthalten meist zu viel Zucker.
  • Rümpft Ihr Kind bei Kräutertee die Nase? Dann bereiten Sie den Tee mal aus frischen Kräutern zu: Kaufen oder sammeln Sie zusammen mit Ihrem Kind frische Pfefferminze oder Zitronenmelisse. Für eine Tasse genügen fünf bis sechs Blätter.

Wann braucht mein Kind mehr?

Nicht immer reichen die üblicherweise empfohlenen Mengen an Flüssigkeit aus. An heissen Tagen und in trockenen Räumen, zum Beispiel im Winter, brauchen Kinder mehr. Geraten die Kleinen beim Toben oder beim Sport ordentlich ins Schwitzen, müssen sie ebenfalls mehr trinken. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Kind genügend trinkt, können Sie dies auch an der Farbe des Urins feststellen: Ist er hellgelb, so ist es gut mit Flüssigkeit versorgt. Eine dunkelgelbe Farbe zeigt dagegen Flüssigkeitsmangel an.

Besonders kritisch kann es bei Fieber, Erbrechen und Durchfall werden. Hierbei verliert der Körper extrem viel Flüssigkeit, die ihm wieder zugeführt werden muss. Als Faustregel sollten Sie pro Grad Fieber einen Liter mehr Getränke einplanen. Behält Ihr Kind bei einer Magen-Darm-Grippe nichts bei sich, müssen nicht nur Getränke, sondern auch Mineralien ersetzt werden. Fragen Sie in diesem Fall unbedingt einen Arzt um Rat.