Ernährung der Mutter in der Stillzeit

Wie bereits während der Schwangerschaft sollten Frauen in der Stillzeit auf eine besonders ausgewogene und hochwertige Nährstoffzufuhr achten. Die Muttermilch wird durch die Ernährung der Mutter beeinflusst.

Ausgewogene Ernährung ist für die ganze Familie wichtig, besonders jedoch für die Mutter während der Stillzeit.

Wenn über den Tag verteilt kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel wie Brot, Kartoffeln, Teigwaren und Früchte gegessen werden, trägt dies zu einem stabilen Blutzuckerspiegel bei. Es wird empfohlen, Vollkornprodukte zu bevorzugen, da diese gegenüber raffinierten Stärkeprodukten mehr Nahrungsfasern, Vitamine und Mineralstoffe enthalten.

Obwohl der Fettbedarf während der Stillzeit nicht erhöht ist, lohnt es sich, das Augenmerk auf eine qualitativ hochwertige Fettzufuhr zu richten. Die essentiellen Fettsäuren – insbesondere Omega-3-Fettsäuren – sind für die Entwicklung des Nervensystems und somit auch des Hirns nötig. Mit dem Einsatz von hochwertigem Öl wie z.B. Rapsöl und dem regelmässigen Genuss von Fisch kann der Bedarf abgedeckt werden. Meerfisch und jodiertes Kochsalz tragen zu einer optimalen Jodzufuhr bei.

Bestimmte Nahrungsmittel wie Kohlarten, Lauchgemüse, Zwiebeln, Hülsenfrüchte und gewisse Früchtesorten haben den Ruf, bei gestillten Kindern Blähungen resp. sogenannte Koliken zu verursachen. Dies ist jedoch selten der Fall, da diese Beschwerden nicht mit der Ernährung in Verbindung stehen müssen. Eine stillende Frau sollte sich deshalb nicht schon von vornherein bei der Menuzusammenstellung einschränken. Wenn das gestillte Kind jedoch mehrmals auf ein bestimmtes Nahrungsmittel reagiert, sollte dieses nur in geringen Mengen oder gar nicht mehr gegessen werden. Die Faustregel lautet: Essen Sie das, was Sie selbst gut vertragen. Wenn Sie selbst Blähungen bekommen, sollten Sie das Nahrungsmittel versuchsweise auslassen. Nützliche Hilfe geben die Mütter- und Väterberatung sowie die Stillberaterinnen.

Durch das Stillen werden Sie reichlich Kalorien verbrennen, ca. 500 kcal mehr pro Tag. Ein gesunder Appetit ist also völlig in Ordnung. Für den kleinen Hunger zwischendurch sollten Sie allerdings ausschliesslich zu leichten Zwischenmahlzeiten wie Früchten, Joghurt oder Vollkornprodukten greifen. Mit der Auswahl von Milchprodukten wird zusätzlich der erhöhte Bedarf an Proteinen und Kalzium abgedeckt.

Viele Frauen nutzen die Stillzeit nach der Geburt dazu, das in der Schwangerschaft angelegte Gewicht wieder zu verlieren. Wenn zu wenig gegessen wird, kann die für die Milchproduktion notwendige Energie aus den Reserven gewonnen werden, und es kommt zu einer Gewichtsabnahme. Diese sollte jedoch ein halbes Kilo pro Woche nicht überschreiten. Auf keinen Fall sollten Sie während der Stillzeit eine Schlankheitsdiät machen. Schadstoffe haben sich über Jahre in Ihren Fettzellen angesammelt und würden jetzt bei einer Abmagerungskur vor allem in der Muttermilch ausgeschwemmt. Ausserdem kommen Sie besonders leicht in eine Mangelsituation von bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen kommen, die Sie beim Stillen doppelt benötigen.

Manche Experten raten stillenden Müttern, wegen der Schadstoffbelastung auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten. Betroffen sind Leber, Niere und Wild, ungereinigtes Gemüse und Obst, langlebige Raubfische wie Thunfisch (Thon), Heilbutt oder Haifisch sowie stark geräucherte und gegrillte Produkte, weil beim Bräunungsprozess Schadstoffe entstehen können.

Während der Stillzeit ist vor allem auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, damit das mit der Milch abgegebene Wasser ersetzt wird. Es wird empfohlen, dass eine stillende Frau 2 Liter pro Tag trinkt. Am besten geeignet ist Trinkwasser, natürliches, wenn möglich kalziumreiches Mineralwasser, ungezuckerter Früchte- und Kräutertee. Mehr als 3 Liter sollte pro Tag allerdings nicht getrunken werden, da sich das negativ auf die Milchproduktion auswirken kann.

Koffein geht in die Muttermilch über. Es kann sein, dass bei einer hohen Koffeinzufuhr von mehr als 300 mg pro Tag Auswirkungen beim Säugling (unruhig sein, schlecht schlafen) bemerkbar werden. Gegen einen massvollen Kaffee- oder Teegenuss spricht jedoch nichts. Da Alkohol über die Muttermilch zum Säugling kommt, sollte Alkohol während der Stillzeit gemieden werden.

Bestimmte Nahrungsbestandteile wirken hemmend auf die Milchbildung. Dazu gehören Kräuter wie Petersilie, Salbei oder Pfefferminze (auch in Form von Tee). Förderlich dagegen sind Kreuzkümmel, Anis, Kümmel, und Fenchelsamen, die sich auch in den so genannten Milchbildungstees finden, ausserdem Ingwer, Koriander Kardamom, Kurkuma, Paprikapulver und Sternanis. Diese Gewürze lassen sich sogar gezielt einsetzen, wenn Ihr Baby unter Blähungen leidet.

Und bitte verzichten Sie Ihrem Baby zuliebe auf Zigaretten und Drogen. Babys von Raucherinnen haben ein vielfach erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS) und Atemwegserkrankungen.


swissmom und Hello Family

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