Sackgeld für Kinder: So viel sollte es sein

Es gehört zur Erziehung dazu, dass man lernt, mit Geld umzugehen. Taschengeld bildet die beste Grundlage, um mit Kindern zu üben, sich Geld richtig einzuteilen. Sie lernen, im Alltag mit einem bestimmten Geldbetrag auszukommen, um sich Wünsche erfüllen zu können.

Einen angemessenen Betrag fürs Sackgeld finden.

Durch das Sackgeld erlebt der Nachwuchs auf eine spielerische Art und Weise, die Rolle eines Erwachsenen einzunehmen: Die Kinder müssen mit dem erhaltenen Budget kalkulieren und ihre Bedürfnisse und Wünsche dementsprechend anpassen. Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder beim Ausgeben nicht bevormunden. Ihr Sackgeld sollte ihnen wirklich vollkommen frei zur Verfügung stehen.

Einen angemessenen Betrag finden

Die ersten Fragen, die sich Eltern beim Thema Sackgeld immer stellen: Wie viel Sackgeld sollte ich meinem Kind geben? Ab welchem Alter? Und in welchem Rhythmus? Nach der Sackgeld-Empfehlung der Budgetberatung Schweiz sollte das erste Sackgeld im ersten Schuljahr mit 6 Jahren ausgezahlt werden. Angefangen wird mit einem Franken wöchentlich und dann steigt die Summe über die Jahre auf circa 80 Franken pro Monat.

Bis zum vierten Schuljahr reicht es, wenn das Sackgeld um einen Franken pro Woche angehoben wird. Ab der fünften Klasse sollte auf eine monatliche Auszahlung umgestellt werden. Der Betrag sollte zwischen 25 und 30 Franken liegen. Bis zum elften Schuljahr kann er dann allmählich auf bis zu 80 Franken pro Monat angehoben werden. In der Oberstufe empfiehlt sich die Einführung eines erweiterten Sackgeldes. Dadurch soll der bald erwachsene Nachwuchs schrittweise lernen, alle seine Ausgaben komplett alleine zu begleichen.

In der folgenden Sackgeldtabelle sind alle empfohlenen Beträge aufgeführt. Sie lassen sich an die jeweilige finanzielle Situation anpassen.

AlterMonatlicher Sackgeldbetrag
Auszahlungsrhythmus

1. Schuljahr

4 Franken

1/4 pro Woche

2. Schuljahr

8 Franken

1/4 pro Woche

3. Schuljahr

12 Franken

1/4 pro Woche

4. Schuljahr

16 Franken

1/4 pro Woche

5.-6. Schuljahr

25-30 Franken

monatlich 

7.-8. Schuljahr

30-40 Franken

monatlich 

9.-10. Schuljahr

40-50 Franken

monatlich 

ab dem 11. Schuljahr

50-80 Franken

monatlich 

Das sagt das Gesetz zum Sackgeld

Sackgeld sowie das durch Nebenbeschäftigungen verdiente Geld soll Kindern nach §323 Zivilgesetzbuch frei zur Verfügung stehen. Allerdings können Eltern nach Absatz 2 von volljährigen Kindern einen angemessen Beitrag zur Lebenshaltung verlangen, wenn sie mit ihnen in einer häuslichen Gemeinschaft leben.

Finanzplanung erlernen mit dem eigenen Girokonto

Zwischen 11 und 12 Jahren lässt sich in der Finanzerziehung von Kindern noch ein Schritt weitergehen. Ein spezielles Girokonto für Kinder eröffnet ihnen eine ganz neue Perspektive auf die Finanzwelt. Der Zahlungsverkehr auf einem Konto ist nichts Fremdes mehr für sie. Sie tätigen ihre ersten Überweisungen, nehmen mit der Maestro-Karte (oder VPay) am bargeldlosen Zahlungsverkehr teil oder heben Geld ab, solange das Konto gedeckt ist. Mit Kontoauszügen behalten Kinder den Überblick über ihre Finanzgeschäfte, das gehört ebenfalls zur Finanzerziehung.

Damit ein Girokonto für Kinder eröffnet werden kann, müssen die Erziehungsberechtigten mit unterschreiben. Nahezu alle Kinderkonten sind gebührenfrei, allerdings unterscheiden sie sich hinsichtlich der Konditionen. So ist beispielsweise nicht bei jeder Bank die Maestro-Karte kostenfrei. Selten wird auch eine Verzinsung des Guthabens angeboten. Hier hat man also guten Grund, einen genaueren Blick auf die unterschiedlichen Angebote zu werfen. Wer allein diese beiden Punkte beachtet sollte ein geeignetes Konto für sein Kind finden, um das Sackgeld nun monatlich auf selbiges zu überweisen.

Die wichtigsten Empfehlungen zum Sackgeld im Überblick:

  • Erstes Sackgeld mit Beginn der Schulzeit im wöchentlichen Rhythmus
  • Monatliche Zahlungen ab dem 5. Schuljahr
  • Erweitertes Sackgeld ab der Oberstufe für weitere Ausgaben wie Kleidung, Natel und Coiffeur
  • Ab dem 11. oder 12. Lebensjahr sollte ein Kindergirokonto eröffnet werden

swissmom und Hello Family

Der Hello Family Ratgeber für Familien wurde in Zusammenarbeit mit swissmom, dem Informationsportal für Schwangerschaft, Geburt und Kinder, erstellt.

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