Der vierte Monat

Ihr Baby wird pummeliger, aber auch kräftiger, denn seine Muskeln bilden sich aus. Vor allem die Hals-, Schulter- und Rückenmuskeln sind zu dieser Zeit schon recht stark.

Mit vier Monaten ist das Baby kräftig genug, um seinen Kopf alleine zu halten.

Auf dem Bauch liegend, kann Ihr Kind sich auf seinen Armen abstützen und seinen Kopf schon eine kleine Weile hochhalten. Und da es sehr neugierig ist, macht es dies oft; vor allem wenn sich etwas bewegt, jemand kommt oder Geräusche zu hören sind. Auch beim Schmusen oder in der Sitzstellung hält es gerne den Kopf hoch. Dabei bleibt das Kind im Gleichgewicht, stützt sich auf seinen Unterarmen ab und wackelt nicht, wie noch in den Wochen zuvor. Allerdings bedeutet dies für das Baby eine grosse Kraftanstrengung, dies es noch nicht lange durchhalten kann.

Manche Babys

können sich jetzt schon vom Bauch auf den Rücken und wieder zurück drehen. Ermutigen Sie Ihr Kind zu weiteren Rollübungen, indem Sie ein Lieblingsspielzeug seitlich von ihm hinlegen. Mit seinen Händen kann es gezielt nach Objekten greifen, auch wenn es beim ersten Mal oft noch daneben geht. Hat es das Objekt gefasst, schaut es dieses kurz an und versucht dann, es in seinen Mund zu stecken. Dabei läuft oft Speichel aus dem Mündchen. «Sabbern» kann ein Zeichen dafür sein, dass die ersten Zähnchen durchbrechen – im Durchschnitt aber passiert das erst nach dem sechsten Monat.

Sie können Ihrem Baby

ganz gewöhnliche Dinge zum Spielen geben, zum Beispiel eine saubere Stoffwindel. Ein paar Minuten wird es sich damit allein beschäftigen können, indem es das Objekt untersucht, das heisst, es betrachtet, betastet und in den Mund steckt. Manchmal spielt das Baby einfach mit seinen Fingern und Zehen. Geben Sie ihm ab und zu Gegenstände, die Geräusche machen, beispielsweise eine Babyrassel oder ein Activity-Center. Achten Sie darauf, dass Alltagsgegenstände wie Küchenutensilien sauber und ungefährlich sind: Das Baby darf sich damit nicht verletzen oder gar Teile davon herunterschlucken können.

Mit vier Monaten

ist der Magen des Kindes schon so gross, dass die Abstände zwischen den Mahlzeiten länger werden können. Stillkindern reichen meist sechs, Schoppenkindern oft schon vier Fütterungen. Das Interesse am Essen ist nun auch nicht mehr so gross wie in den ersten Wochen. Deshalb lässt sich das Baby beim Füttern leicht ablenken. Andere Personen, Gegenstände, Geräusche – alles zieht seine unmittelbare Aufmerksamkeit an. Das kann die Mahlzeiten schwierig machen. Um Frustrationen auf beiden Seiten zu vermeiden, verlegen kluge Mütter die Fütterung in einen ruhigen, etwas abgedunkelten Raum.

In den ersten sechs Monaten

bekommt Ihr Baby noch alle wichtigen Nährstoffe aus der Muttermilch oder der Schoppennahrung. Trotzdem können die meisten Mütter es gar nicht abwarten, ihrem Kind die erste «feste» Nahrung zu geben. Fachleute empfehlen jedoch, noch bis zum Ende des ersten Lebenshalbjahres zu warten. Die Milch könnte zu leicht von ihrem wichtigen Platz in der Ernährung verdrängt werden. Zudem entwickeln sich Allergien seltener, wenn nicht zu früh Beikost eingeführt wird.  

Forscher sind der Meinung,

dass ein Baby im Alter von vier Monaten schon alle Basis-Laute seiner Muttersprache versteht. Zwischen vier und sechs Monaten entwickeln die meisten Babys die Fähigkeit, Einsilben-Wörter von sich zu geben, wie «ma», «pa» und «da». Viele Babys können sich auch schon «unterhalten». Wenn man ihnen einen Laut vorspricht, versuchen sie ihn nachzuahmen. Genauso sollten Sie das, was Ihr Baby von sich gibt, imitieren. Damit ermutigen Sie Ihr Baby zu weiteren Lauten, und es lernt, dass Sprache ein wichtiges Mittel zur Kontaktaufnahme ist. Ausserdem zeigen Sie ihm, dass Ihnen alles wichtig erscheint, was von ihm kommt.

Babys können schon bei der Geburt Farben erkennen. Allerdings haben sie Mühe, ähnliche Farbtöne, wie zum Beispiel Rot und Orange, zu unterscheiden. Am liebsten haben sie deshalb starke Kontraste, wie schwarz und weiss. Mit vier Monaten sind sie aber schon fähig, Farbabstufungen zu erkennen. Die Augen des Babys bleiben meist an starken, kräftigen Farben hängen. Knallfarbige Mobiles oder Poster und einfache Bilderbücher sind jetzt angesagt.

Im Alter von vier Monaten

ist das Kind sehr offen. Es lächelt nicht nur die Eltern an, sondern auch Besucher und andere Personen seiner Umgebung. Eine gute Zeit, um eine Tagesmutter oder andere Bezugsperson einzuführen.

Nun ist es wieder Zeit für eine weitere Kontrolluntersuchung bei Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin. Dabei wird die Entwicklung Ihres Kindes, das Gewicht und der Gesundheitszustand beurteilt. Falls das Kind bei guter Gesundheit ist, werden weitere Schutzimpfungen vorgenommen, und zwar gegen Diphtherie, Tetanus (Starrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Haemophilus influenzae Typ b (Hirnhautentzündung- und Kehlkopfentzündung durch Haemophilus influenzae) sowie Polio (Kinderlähmung).

Für die Mütter wird es Zeit, sich wieder um ihre Figur zu kümmern. Wenn Sie stillen, zehrt dies allein schon stark an den Fettreserven und Sie nehmen auf natürliche Weise ab. Darüber hinaus sollten Sie aber trotzdem etwas Sport und Gymnastik treiben und sich gesund und ausgewogen ernähren. Wenn Sie stillen, ist eine ballaststoff- und vitaminreiche sowie fettarme Kost sowieso zu empfehlen, im Interesse Ihres Kindes. Nehmen Sie sich Zeit fürs Essen, kauen Sie bewusst und richten Sie sich das Essen schön an. Geniessen Sie Obst, mageres Fleisch und viel Gemüse. Nehmen Sie Milchprodukte zu sich und vermeiden Sie weiterhin Alkohol und Tabak. Sowohl Schwangerschaft wie Geburt haben Ihre Eisen- und Kalziumreserven reduziert. Mit speziellen Nahrungsergänzungsmitteln und einer eisen- und kalziumhaltigen Ernährung beugen Sie Blutarmut und Karies, aber auch hohem Blutdruck und Osteoporose im Alter vor.


swissmom und Hello Family

Der Hello Family Familienratgeber wurde in Zusammenarbeit mit swissmom erstellt – dem Informationsportal rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt & Baby.

Zur Website von swissmom