Rollenspiele für Kinder: Fantasiereise in die Welt der Großen

Mit etwa 3 Jahren beginnen die meisten Kinder damit, mit Puppen, ihren Spielkameraden oder den Eltern Szenen aus der Welt der Erwachsenen nachzuspielen. Später erfinden sie oft selbst fantasievolle Geschichten. Diese Rollenspiele helfen Kindern bei der Entwicklung von Sozialkompetenzen.

Warum sind Rollenspiele für Kinder wichtig?

Fast alle Kinder schlüpfen gerne in andere Rollen. Meist beginnen sie im Alter von etwa drei Jahren Alltagssituationen nachzuspielen. So kann man zum Beispiel beobachten, wie ein Kind seine Puppe mit einem ähnlichen Ritual ins Bett bringt, wie es das von den eigenen Eltern gewohnt ist, oder mit einem Kuscheltier schimpft, weil es «etwas Böses gemacht hat». Häufig spielen Kinder auch Berufe nach – mal die ihrer Eltern, mal solche, die sie aus Büchern oder Filmen kennen, zum Beispiel Feuerwehrmann oder Polizistin. Auch Rollenspiele, in denen die Kinder Tiere darstellen, sind bei den Kleinen sehr beliebt.

Lehrreiche und lustige Rollenspiele für Kinder

Welche Rollenspiele Kinder gerne mögen, ist individuell verschieden. Meist bringen sie selbst Ideen ein, entwickeln die grundlegende Handlung der Geschichten und verteilen Rollen an ihre Spielpartner. Wenn Ihr Kind Sie bittet, mitzuspielen, nutzen Sie die Gelegenheit! Ein Rollenspiel mit Kindern zu erarbeiten, kann für Erwachsene eine schöne Abwechslung sein – schließlich nutzen wir unsere Fantasie selten noch so, wie Kinder dies spielerisch tun. Überlassen Sie also ruhig Ihrem Nachwuchs die Regie – er wird Sie mit seinen kreativen Einfällen überraschen.

Es ist also gar nicht notwendig, die Rollenspiele möglichst pädagogisch wertvoll zu gestalten: Selbst verrückte und lustige Rollenspiele sind für die Kinder auch lehrreich. So müssen sie sich zum Beispiel mit ihren Spielkameraden einigen, wer welche Rolle übernimmt und wie die Handlung verlaufen soll. Dafür müssen sie sich sowohl durchsetzen können als auch andere Sichtweisen berücksichtigen und Kompromisse schließen. Rollenspiele, ob unter Kindern oder mit den Eltern, helfen den Kleinen demnach bei der Entwicklung wichtiger sozialer Kompetenzen.

Anregungen für Rollenspiele mit den Kindern geben die folgenden Beispiele:

  • «Vater, Mutter, Kind»: Die Rolle eines Elternteils spielen die meisten Kinder gerne. Schließlich ist ihnen das Verhalten von Mama und Papa so vertraut, dass es an Inspiration für das Spiel nicht mangelt. Dieses klassische Rollenspiel hilft schon den Kleinsten dabei, Verständnis für die Aufgaben der Erwachsenen zu bekommen und andere Sichtweisen einzunehmen.
  • «Tiere im Zoo»: Dieses Rollenspiel ist für Kindergeburtstage oder andere Anlässe geeignet, bei denen eine größere Gruppe Kinder gemeinsam spielt. Jedes Kind kann sein Lieblingstier darstellen. Schminken Sie den Kleinen die passenden Tiergesichter – so kann man das Rollenspiel für die Kinder noch realistischer gestalten.

Eine schöne Anregung für Kinder, sich Rollenspiele auszudenken, ist ein Fundus aus abgelegten Kleidungsstücken, Schmuck, Brillen, Küchenutensilien, leeren Kosmetikfläschchen oder sonstigen Haushaltsgegenständen. In vielen Spielwarengeschäften erhält man liebevoll gestaltete Spielrequisiten für Kinder, zum Beispiel einen Kaufmannsladen oder ein Postamt, mit originalgetreuer Ausstattung in Miniatur. Doch auch mit Regalen, Kartons oder Decken kann man sehr gut improvisieren – schließlich ist die Fantasie von Kindern schier grenzenlos.

Rollenspiele für Kinder aus dem Pen-&-Paper-Genre

Irgendwann wachsen Kinder aus den klassischen Rollenspielen heraus. Kinder ab etwa zehn Jahren lassen sich aber eventuell von Rollenspielen aus dem Pen-&-Paper-Genre begeistern. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Brettspiel und Erzählspiel.

Ein Spielleiter gibt eine Hintergrundgeschichte vor, in der jeder Spieler einen selbstgewählten Charakter verkörpert – ob Elfe, Zwerg, Weltraumpilot oder Magier, all das und mehr ist denkbar. Die Spieler müssen gemeinsam die Herausforderungen meistern, mit denen der Spielleiter sie in der Erzählung konfrontiert. Wichtig sind dabei die individuellen Fähigkeiten der Charaktere, die in Punktwerten wiedergegeben werden. Diese findet man bei gekauften Rollenspielen in den beiliegenden Tabellen; man kann aber auch Pen-&-Paper-Rollenspiele mit den Kindern selbst erarbeiten. Mithilfe spezieller Würfel werden im Spielverlauf zum Beispiel Kämpfe und Aktionen entschieden, was den Verlauf der Handlung beeinflusst. Verkleidungen, Hintergrundmusik und Requisiten machen Pen-&-Paper-Rollenspiele für Kinder noch aufregender.

Aufgrund ihrer teils komplexen und manchmal schaurigen Storys sind allerdings nicht alle Fantasy-Rollenspiele für Kinder geeignet. Es gibt aber Pen-&-Paper-Spiele, die extra für junge Spieler entwickelt wurden.

Rollenspiele zur Stressbewältigung

Rollenspiele helfen Kindern aber auch, Sorgen oder Ängste zu verarbeiten. Belastende Situationen – zum Beispiel ein Krankenhausaufenthalt eines Familienmitglieds, Ärger in der Schule oder ein Streit mit einem Freund oder mit Geschwistern – können Kinder stark beschäftigen. Da sie die Bewältigungsstrategien von Erwachsenen noch nicht erlernt haben, verarbeiten sie ihre Gefühle häufig mithilfe von Rollenspielen. Wenn Eltern dies beobachten, sollten sie ihrem Kind besondere Aufmerksamkeit schenken und es bei der Bewältigung der Situation unterstützen.

Tipp: In der Freizeitrubrik von Hello Family finden Sie noch mehr Spielideen für Kinder sowie Bastelanleitungen, mit denen sich die Kleinen lustige Requisiten für ihre Rollenspiele ganz einfach selbst basteln können.

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