Der neunte Monat

Ihr Baby beginnt zu krabbeln und ist jetzt sehr aktiv. Es will nicht mehr immer nur liegen, sondern auch sitzen, weil es so natürlich auch viel besser mitbekommen kann, was alles in seiner unmittelbaren Umgebung geschieht.

Ein neun Monate altes Kind kann problemlos für einige Zeit ohne Hilfe sitzen.

Halten Sie Ihrem Baby zwei Finger hin, so wird es sich daran hochziehen und selbst in die Sitzstellung bringen. Sie halten es dann höchstens noch an den Handgelenken oder den Händen fest. So kann das Baby schon mehr als eine Minute lang frei sitzen bleiben, denn der Rücken (obgleich noch nicht ganz gerade) hält es im Gleichgewicht. Vielleicht stützt es sich auch mit einer oder mit beiden Händen ab. Es kann sich dabei nach vorne beugen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Wie clever es seine Hände schon einsetzen kann, werden Sie erleben, wenn Sie das Kind sanft schubsen: Sofort stützt es sich mit einer Hand ab, um nicht umzufallen. Die Koordination klappt also schon ganz gut.

An den Händen gehalten steht das Baby gut eine halbe Minute lang gerade, wobei die Fusssohlen voll belastet werden. Ihr Baby weiss nun auch, wie es seine Knie beugen muss und sich vom Stehen wieder hinsetzen kann – was gar nicht so leicht ist! Viele Eltern fragen sich nun, ob sie ihrem Kind Schuhe kaufen sollten. Die meisten Kinderärzte sind sich da einig: Schuhe sind erst nötig, wenn das Kind regelmässig draussen läuft. Bis dahin ist Barfusslaufen (bzw. auf rutschfesten Socken) das allerbeste für die Fussentwicklung und den Gleichgewichtssinn.

Bereits seit einigen Monaten ist Ihr Kind stark

mit seinen Händen beschäftigt und lernt deren Funktionen kennen und schätzen. Gegenstände werden mit Daumen und Zeigefinger im «Scherengriff» genommen. Lassen Sie Ihr Baby aus der Tasse trinken, wird es Ihnen helfen, sie zu halten. Es greift auch nach Spielzeug, das Sie vor ihm in einen Kasten legen. Aber nicht nur Bälle, Kuscheltiere und Spielzeug werden ergriffen, längst hat Ihr kluges Kind auch den Wert seiner Hände und Finger erkannt, wenn es darum geht, einen Keks zu ergattern, ihn an den Mund führen und zu essen. Fällt der Keks hin, wird das Kind alles dafür tun, ihn wieder aufzuheben. Manchmal bedeutet dies, sich aus dem Sitzen auf den Bauch fallen zu lassen und dem Keks hinterher zu robben. Was tut man nicht alles für Leckereien...

Zu Anfang hatte Ihr Kind nur eine Tonlage,

je nach Kraft und Energie wurde das Schreien und Weinen mal leiser, mal lauter. Mittlerweile aber hat Ihr Baby gelernt, dass es seine Stimme in verschiedenen Tonlagen einsetzen kann. Und das verblüfft sogar Ihr Kind selbst. Denn diese Fähigkeit wird nicht nur bei der Kommunikation mit den Eltern benutzt, sondern es «spricht», d.h. brabbelt auch mit sich selbst in unterschiedlichen Stärken, wechselt von laut auf leise. Diese Erkenntnisse beschäftigen das Kind manchmal so sehr, dass es lange Zeit mit sich selbst beschäftigt vor sich hin brabbelt. Das Plappern wird immer abwechslungsreicher und das Kind lallt Silben hintereinander. Das kann sogar eine richtige «Brabbelkonversation» mit einem Erwachsenen werden: Das Baby formt einen Laut und wartet, während der Erwachsene antwortet. Dann erwidert es etwas darauf. Das Kind führt die Unterhaltung solange fort, wie man es ansieht und direkt mit ihm spricht. Freuen Sie sich darüber, denn ein kleines Kind unterhält sich nur, wenn es zufrieden ist. Wenn es sich ärgert, spricht es nicht.

Übrigens: Untersuchungen haben gezeigt, dass die Intelligenz- und Sprachentwicklung des Kindes wesentlich davon abhängt, wie viele Worte es pro Tag zu hören bekommt! Dabei zählt aber nur die direkte, auf das Kind gerichtete Kommunikation. Es nützt also gar nichts, sein Kind vor dem Fernsehgerät «abzustellen». Jetzt ist spätestens die Zeit gekommen für die vielen Fingerreime, die Sie noch aus Ihrer eigenen Kindheit kennen.

Fast alle Kinder lieben Musik.

Kein Wunder, denn das erste Geräusch, das ein Kind wahrnimmt, ist der rhythmische Herzschlag der Mutter. Dies bedeutet: Je rhythmischer die Musik ist, desto intensiver wird Ihr Baby darauf reagieren. Das kann Salsa, Rock´n Roll oder ein Walzer sein. Ihr Kind macht da (im Moment) noch keine so grossen Unterschiede. Fördern Sie diese Leidenschaft und holen Sie Ihr altes Kinderliederbuch aus dem Keller – oder kaufen Sie ein neues! Nehmen Sie das Kind auf den Schoss, wiegen Sie es im Rhythmus der Musik, klatschen Sie mit seinen Händen dazu. Sobald es anfängt, selbst zu klatschen, können Sie es begleiten und auch leiten, wenn Sie dazu den Takt mit einem Löffel schlagen etc. Wird das Kind älter und ist vom Trommeln selbst begeistert, so klatschen Sie den Rhythmus dazu.

Leider gelten zwei ungeschriebene und für die Eltern Stress bereitende Gesetze: Die lauteste Trommel ist immer die beste! Und: Das lauteste Geräusch macht Ihr Kind am glücklichsten. In diesem Falle sind Geduld und Ohrstöpsel einzusetzen. Eine harmlosere Variante, die allerdings auch von den meisten Kindern unendlich geschätzt wird, ist das Geräusch von raschelndem Papier, mit dem es auch gerne spielen wird. Weiches Zeitungspapier liegt hoch im Kurs, da man es einfach zerreissen und verformen kann.


swissmom und Hello Family

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