Im Wochenbett

Die Geburt eines Babys ist anstrengend, doch frischgebackene Mütter haben nicht viel Zeit, um auszuruhen. Das Kind will gestillt und gewickelt werden, und auch Dinge des normalen Alltags müssen erledigt werden.

Die ersten Tage mit dem Baby

Die Eltern sollten die ersten Tage mit Baby entspannt angehen.

Doch gerade in den ersten Tagen nach der Geburt sollten Sie langsam machen. Die ersten Schritte aus dem Spital oder dem Geburtshaus fallen vielleicht einfach, aber sie werden schnell merken, dass Sie noch lange nicht wieder so kräftig sind, wie Sie sich das wünschen. Und das ist auch in Ordnung, denn immerhin hat Ihr Körper gerade Schwerstarbeit geleistet.

Lassen Sie sich helfen

Gehen Sie es in den ersten Tagen nach der Geburt ruhiger an. Viel Zeit für Hausarbeit und Verpflichtungen bleibt Ihnen sowieso nicht, denn der neue Erdenbürger stellt hohe Ansprüche. Sie müssen Ihr Baby stillen, baden, wickeln und natürlich auch mit ihm kuscheln und an die frische Luft gehen. Da bleibt nicht viel Zeit für Einkauf, Abwasch oder Hausputz. Doch normalerweise müssen Sie Ihr Kind nicht alleine versorgen. Ihr Partner greift Ihnen während der Wochenbett-Zeit sicherlich gerne unter die Arme.

Ist es ihm nicht möglich, sich frei zu nehmen, zögern Sie nicht, andere Personen aus Ihrem Familien- und Freundeskreis um Hilfe zu bitten. Vielleicht können Ihre Eltern, die Schwiegereltern, Geschwister, eine nette Nachbarin oder die beste Freundin Ihnen behilflich sein. Wenn alle Stricke reissen, engagieren Sie einen Babysitter gegen Bezahlung. Er oder sie passt auf Ihr Kind auf, wenn Sie Aufgaben ausser Haus erledigen und hält Ihnen den Rücken frei, wenn Sie beispielsweise putzen. 

Verlassen Sie sich aber nicht darauf, dass Ihre Helfer wissen, wie man sich um ein Baby kümmert. Vielleicht haben sie selbst noch keine Kinder oder sie erledigen bestimmte Tätigkeiten anders, als Sie sich das für Ihr Kind wünschen. Erklären Sie genau, wie Ihr Kind gewickelt oder gefüttert wird, welche Kleidung es für den Spaziergang benötigt oder wie Sie es zum Einschlafen bringen.

Sie müssen nicht perfekt sein

Dass Sie sich im Wochenbett Ruhe gönnen, ist nicht nur für Ihr eigenes Wohlbefinden wichtig. Denken Sie immer daran, dass ein Baby die Stimmung in seiner Umgebung spürt. Sind Sie gestresst oder genervt, stehen Sie unter Zeitdruck oder fühlen Sie sich erschöpft, spürt Ihr Sohn oder Ihre Tochter dies. Viele Kinder reagieren darauf und fangen beispielsweise an zu weinen. Das wiederum setzt frischgebackene Mütter zusätzlich unter Druck.

Lassen Sie in den ersten Tagen nach der Geburt Ihres Kindes den Haushalt deshalb ruhig auch einmal Haushalt sein. Konzentrieren Sie sich lieber darauf, was gerade wirklich wichtig ist, nämlich Ihr Kind. Fühlen Sie sich gestresst, rufen Sie sich ins Gedächtnis, dass es fast allen Müttern nach der Geburt so geht. Ihre Wohnung muss nicht jeden Tag wie frischgeputzt aussehen. Es ist in Ordnung, wenn sich in der Küche das Geschirr stapelt.

Auch Ihr Äusseres muss während der Wochenbett-Zeit nicht tiptop sein. Entspannen Sie sich und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen – weder von sich selbst noch von jemand anderem. Die erste Zeit nach der Geburt ist voller neuer Erfahrungen und Sie müssen viel lernen. Es dauert jedoch nicht lange, und Ihr Alltag pendelt sich wieder ein. 

Stress im Wochenbett: Anonyme Hilfe für überforderte Eltern

Auch wenn Sie sich viel Zeit für sich nehmen und alle Hilfe der Welt haben – manchmal kann einen die Rolle als junge Mutter überfordern. Vielleicht schreit Ihr Kind viel, ist häufig krank oder Sie kommen nach der Geburt einfach nicht mehr auf die Beine. In diesem Fall sollten Sie nicht zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. In der Schweiz gibt es zahlreiche Mütter- und Väterberatungsstellen, an die Sie sich wenden können, wenn Sie Fragen zum neuen Leben mit Baby haben.

Oft fällt es schwer, sich einzugestehen, dass man überfordert ist. In so einer Situation ist es hilfreich, sich anonym mit einer Fachperson zu unterhalten. In der Schweiz gibt es den 24-Stunden-Elternnotruf, der Ihnen telefonisch, per E-Mail oder persönlich zur Seite steht. Sie erreichen ihn rund um die Uhr. Die Telefonnummer und weitere Informationen finden Sie auf der Website www.elternnotruf.ch.


swissmom und Hello Family

Der Hello Family Familienratgeber wurde in Zusammenarbeit mit swissmom erstellt – dem Informationsportal rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt & Baby.

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