Die ersten Tage daheim

Auch wenn Sie sich in den vergangenen Tagen im Spital so richtig fit gefühlt haben: Kaum sind Sie wieder daheim, werden Sie wahrscheinlich merken, dass Sie doch noch ziemlich schwach auf den Beinen sind. Dabei bräuchten Sie jetzt alle Ihre Kräfte, um die neuen Abläufe in den Griff zu bekommen.

Die Eltern sollten die ersten Tage daheim mit Baby entspannt angehen.

Für «Mrs. Perfect» stehen die Zeiten jetzt tatsächlich schlecht: Kaum etwas klappt wie am Schnürchen, Pläne machen ist sinnlos, jede noch so kleine Aktion erweist sich als umständlich und langwierig.

Machen Sie sich nichts draus, so geht es (fast) allen jungen Müttern. Einen Haushalt zu versorgen, einzukaufen, sauberzumachen, Gäste zu empfangen – und dazu noch auf die vielen Bedürfnisse eines Säuglings einzugehen, ist eine enorme Herausforderung, die nicht auf Anhieb klappen kann. Seien Sie also mal so richtig nett zu sich selbst: Gelingt es Ihnen nicht, vor dem Mittagessen zu duschen, die Wäsche zu versorgen und etwas zu kochen – dann ist das einfach in Ordnung so. Jeder Mensch in Ihrer Umgebung wird dafür Verständnis haben. Setzen Sie sich nicht unter Druck, und lassen Sie auch nicht zu, dass andere das tun. Es ist normal, wenn Sie unsicher, schnell erschöpft und überfordert reagieren. Mit der Zeit wird sich alles einspielen, und bald gibt es auch in Ihrem neuen Leben wieder eine angenehme Normalität.

In den ersten Wochen zu Hause sind Sie so intensiv mit Ihrem Baby beschäftigt – Stillen, Baden, Wickeln, Ausfahren, Schmusen – dass Sie Ihren Haushalt vielleicht einfach mal vernachlässigen müssen. Holen Sie sich für die wichtigsten Tätigkeiten Hilfe, wenn Ihr Partner sich keine Ferientage nehmen kann. Vielleicht haben Sie eine Freundin, Schwester, Nachbarin, Tante, Mutter oder die Gotte Ihres Babys, die Ihnen unter die Arme greifen kann. Nehmen Sie sich zur Not einen bezahlten Babysitter. Sagen Sie Ihren Helfern genau, was sie tun sollen. Sie können nicht erwarten, dass Ihre Umwelt von allein draufkommt, was jetzt das Richtige für Sie ist. Je mehr Ihnen an Hausarbeit abgenommen wird, desto entspannter und ausgeruhter können Sie sich um Ihr Kleines kümmern. Und das ist wichtig, denn so ein Winzling spürt Unruhe, Hektik und Nervosität in der Umgebung mit feinen Antennen und wird dann selbst unruhig. Und das können Sie jetzt am wenigsten gebrauchen.

Hilfe bietet für alle Fragen immer die Mütterberatung in einer Mütter- und Väterberatungsstelle, die es auch in Ihrer Nähe gibt. Für Alleinerziehende gibt es Rat und konkrete Hilfe auf verschiedenen Internetseiten.


Wenn Sie sich als Eltern zunehmend überfordert fühlen

und einfach nicht mehr weiter wissen, hilft es oft, sich anonym aussprechen zu können. Für solche Fälle gibt es den 24-Stunden-Elternnotruf:

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