Hello Family Blogger Andreas

Acht Dinge, die sich wirklich geändert haben, seitdem ich Hausmann bin

Immer wieder werde ich gefragt: «Was hat sich eigentlich grundsätzlich geändert, seitdem du mehrheitlich zu Hause bist?» «Einiges», ist meine Antwort. Hervorzuheben ist die engere Beziehung zu meinen zwei Kindern, was ja auch eine Motivation für den Rollenwechsel war.

  1. Bedeutend gestärkt ist die Verbindung zu meiner Tochter. Vorher war sie vor allem aufs Mami fixiert. Inzwischen werde ich auch als «Tröster» akzeptiert, sogar wenn meine Frau dabei ist. Aber in ganz «heissen» Phasen wird zuerst nach dem Mami gerufen. S’Mami bleibt s’Mami.
  2. Gemäss meiner Frau werde ich in meiner neuen Rolle von Woche zu Woche gelassener und ausgeglichener. Bei Unstimmigkeiten mit und zwischen den Kindern nehme ich heute den ruhigeren Part ein als sie, da ich mit solchen Situationen täglich konfrontiert werde. Vor allem die enormen Stimmungsschwankungen der Kinder machen mir aber immer noch zu schaffen. Dann heisst es: Ruhe bewahren und durchschnaufen.
  3. Im Büroalltag war ich gewohnt, meinen Tag durchzuplanen und Prioritäten zu setzen. Das habe ich in meiner neuen Rolle ebenfalls probiert. Leider musste ich bald feststellen, dass nun die Bedürfnisse der Kinder meinen Alltag steuern und meine Pläne deshalb oft über den Haufen geworfen werden. Das erfordert grosse Flexibilität und mehr als nur Plan A und B.
  4. Früher machte ich mir wenig Gedanken zu Essgewohnheiten. Nach Lust und Laune kaufte ich mir ein Sandwich oder ging ins Restaurant zum Mittagessen. Heute erstelle ich zusammen mit meiner Frau einen Wochen-Menüplan und die dazugehörige Einkaufliste. Der positive Effekt: Ich esse viel gesünder als früher, dafür aber auch mehr; denn Essen wegschmeissen widerstrebt mir, so esse ich manchmal noch zwei halbvolle Teller leer. Zum Glück bewege ich mich mit den Kindern auch mehr, sodass sich dies nicht auf mein Gewicht auswirkt.
  5. Dass ich mehr Zeit mit den Kindern verbringen kann, ist auch ein Punkt, der sich wirklich geändert hat. Es ist schön, sie so eng zu begleiten in ihrem Alltag. Aber ich muss mir bewusster Zeit nehmen für sie. Früher war die Zeit vom Heimkommen bis ins Bett bringen primär ihnen gewidmet, heute muss ich schauen, dass sie zwischen Einkaufen, Putzen, Waschen und Arbeiten nicht vergessen gehen. Auch meine Frau sagt, dass sie zwar nun weniger Zeit mit den Kindern verbringt, diese dafür aber intensiver erlebt.
  6. Der Rollentausch ist auch in der Erziehung spürbar: War ich früher der «liebe Papi», der auch mal etwas durchgehen liess, muss ich heute konsequenter sein.
  7. Der Kontakt zu anderen Erwachsenen ist heute nicht mehr selbstverständlich und ich muss mich mehr darum bemühen. Sonst kommt es vor, dass ich einen ganzen Tag lang keinen Kontakt ausserhalb der Familie habe.
  8. Die neue Belastung habe ich auch rein körperlich gespürt: Nach drei Monaten Vollzeit-Papi machten sich bei mir, aufgrund der neuen Tätigkeiten im Alltag, Meniskusrisse so arg bemerkbar, dass diese operiert werden mussten. Die Operation verlief zum Glück problemlos, und ich kann wieder schmerzfrei mit den Kindern herumtoben.
  9. Nichts geändert hat sich am Abend: Ich und meine Frau sind todmüde. 

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