Hello Family Bloggerin Nadja

Wie lernt das Kind mit Taschengeld umzugehen?

Wie bringe ich meinem Kind den Umgang mit seinem Taschengeld bei? Wieviel entscheide dabei ich über die Ausgaben als Elternteil und wieviel das Kind? Wofür ist das Taschengeld und hilft ein solches dabei, dass es später seine Finanzen im Griff hat? Ich sage ja.

Wir sind die Vorbilder, durch unser Handeln lernt das Kind am meisten. Das ist in so ziemlich allen Sparten so. Auch beim Geld. Vieles kriegt das Kind im Bereich Finanzen aber gar nicht mit und als Kind fehlt auch das Verständnis dafür. Vorbildlich wäre es also, dass wir uns laut überlegen, ob wir etwas kaufen oder wie wir Preise einschätzen. Dass das Kind mitkriegt, dass wir rechnen und nicht nur kopflos Sachen kaufen. Dass es realisiert, dass wir Einnahmen haben, aber auch Ausgaben und dass es hilfreich ist, wenn die Einnahmen höher sind als die Ausgaben.

Beim Geld lernt das Kind den Umgang aber vor allem beim selbst damit umgehen. Die Fünfzigernote vom Gotti, das Weihnachtsgeld der Grosseltern, es tröpfelt immer wieder was rein und sind die Kinder noch nicht allein unterwegs, werden sie hier in erster Linie einfach mal Geld anhäufen und keinen wirklichen Bezug dazu herstellen. Denn die wichtigen Sachen kaufen nach wie vor wir Eltern und dann vielleicht auch mal einfach so ein Donald Duck am Kiosk. 

Irgendwann kriegt das Kind Taschengeld. Oftmals sind das 1 Franken pro Woche und pro Schuljahr. Für ein Viertklässlerkind sind das also 4 Franken in der Woche und somit 16 Franken im Monat. Das reicht tiptop für den Kiosk, mal ein Heftli und auch fürs Spärkässeli, um sich später mal was Grösseres leisten zu können.

Stichwort «leisten». Nur weil man den Betrag gerade so im Kässeli hat, heisst das grundsätzlich nicht, dass man es sich auch wirklich leisten kann. Irgendjemand Wichtiges (mit viel Geld) sagte mal, dass man erst von «es sich leisten» sprechen kann, wenn man drei oder vier von dieser einen Sache kaufen könnte. Was auch immer das dann ist. Das Kaugummipäckli, der Comicband, das 48-Farben-Filzstiftset oder die Yacht.

Wirklich lernen tut das Kind meines Erachtens den Umgang mit Geld aber erst, wenn es entweder auf etwas hin spart (sehr effektiv!) oder wenn es sein Geld selbst verdient. Wenn es irgendwann mit zwölf babysitten geht oder im Dorfladen aushilft oder den Nachbarn beim Jäten hilft. Bei selbstverdientem Geld überlegt sich das Kind (in der Regel) (und hoffentlich) sehr gut, ob sich ein Betrag mit dem Wert (finanziell und emotional) des gewünschten Gegenstandes deckt. 

Und damit noch zur wichtigen Frage, ob wir selbst beim Kinder-Taschengeld was zu melden haben. Ich finde nein. Wenn das Kind Geld geschenkt kriegt (natürlich in einem sinnvollen Masse), wir ihm Taschengeld geben oder es das Geld selbst verdient, gehört es ganz allein dem Kind. Wir können – auf Anfrage hin – unsere persönliche Einschätzung und Empfehlung zum Besten geben, aber über den Kauf entscheiden, das tut allein das Kind.
Und ja, es wird sich nicht immer so entscheiden, wie wir das täten. Das liegt daran, dass die Wünsche und Bedürfnisse eines Kindes ganz andere sind. Dies weil es in einem anderen Alter ist als wir, aber auch weil es ganz einfach ein anderer Mensch mit anderen Vorlieben ist und erst noch seine eigenen Erfahrungen machen muss.

Das Kind wird Fehler machen und es wird vielleicht auch mal einen Kauf bereuen. Aber gerade bei selbst verdientem Geld tun diese Fehler extra weh, es wird daraus lernen und es bei jedem Mal besser machen.

Taschengeld und damit eigenes Geld zur Verfügung zu haben, ist eine gute Sache. Und das Kind soll selbst entscheiden dürfen, was es sich damit kauft. Wirklich einen Sinn dafür entwickeln, wird es etwa mit 12 Jahren. Und wie bei so vielem: Lassen wir das Kind machen, lernt es selbst am meisten. Wir haben einfach ein offenes Ohr, falls es mit einer Entscheidung mal daneben lag.

Weitere Blogberichte von Nadja

Werbung