Familienalltag
Hello Family Bloggerin Anaïs

Beziehungen in der Familie: die Bedeutung von Kommunikation

Kommunizieren Sie gut in der Familie? Das ist nicht immer einfach. Oft, leider zu oft, entsteht in den Familien eine Dynamik, die es schwierig, wenn nicht gar unmöglich macht, eine angemessene und respektvolle Kommunikation zwischen den Beteiligten aufrechtzuerhalten.

Warum ist es manchmal so schwierig, eine gute Kommunikation in der Familie aufrechtzuerhalten?

Eine «gute» Kommunikation ist nicht einfach, was vor allem auf drei grosse «Missverständnisse» zurückzuführen ist. Erstens werden wir nicht mit der Fähigkeit geboren, miteinander zu kommunizieren, auch wenn wir dazu neigen, das Gegenteil zu glauben. So wie wir unsere Muskeln im Fitnessstudio trainieren können, müsste auch unser emotionales System ständig trainiert werden. Stattdessen gehen wir davon aus, dass wir eine natürliche Fähigkeit haben, zu kommunizieren, auch innerhalb der Familie.

Zweitens spielen wir in einem familiären Umfeld eine bestimmte Rolle – Vater, Mutter, Ehemann, Ehefrau, Sohn, Tochter etc. – und wir halten es für selbstverständlich, dass wir in dieser Rolle perfekt sein müssen. So sehr, dass wir dies von allen anderen Mitgliedern auch verlangen. Die Zugehörigkeit zur Familie erzeugt in der Praxis bei uns eine Erwartungshaltung gegenüber den anderen Mitgliedern, die zu einer starken Verzerrung der Beziehungen führt. Denn in Wirklichkeit übernehmen wir die Rolle der Eltern, des Kindes, der Grosseltern immer auch mit unserer eigenen Art, die sicherlich nicht unbedingt perfekt ist.

Schliesslich gibt es noch einen dritten Grund, der sich mit dem Satz zusammenfassen lässt: «Zu meiner Zeit wurde das nicht so gehandhabt». Das weist gewissermassen auf die Erwartung hin, dass alle in der Familie gleich sind. In Wirklichkeit leben in jeder Familie mindestens zwei Generationen nebeneinander. Und wir alle wissen, wie unterschiedlich die Welt ist, je nachdem, in welchem Alter man ihr begegnet. Und in der heutigen Zeit gibt es grosse Generationsunterschiede. Diese manifestieren sich nicht nur zwischen Eltern und Kindern, sondern sogar zwischen Geschwistern, die nur wenige Jahre auseinanderliegen.

Wie können wir versuchen, das familiäre Umfeld so friedlich und vernetzt wie möglich zu gestalten?

Wir sollten nicht denken – ob als Eltern oder Kinder – dass wir immer die richtige Antwort parat haben müssen. Vielmehr sollte man sich in der Familie darauf konzentrieren, füreinander da zu sein. Daher ist das Wort, das ich in diesem Zusammenhang für grundlegend halte, «Akzeptanz». Die Akzeptanz des generationsbedingten Andersseins, des Andersseins gegenüber unseren Erwartungen, die z. B. darin bestehen, dass wir perfekte Eltern erwarten. Ebenso umgekehrt, dass unsere Kinder unsere elterlichen Erwartungen in jeder Hinsicht erfüllen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir uns in der Familie vor Augen halten müssen, dass die Bedingung, geliebt zu werden, nicht damit einhergehen muss, um jeden Preis perfekt zu sein und die Erfolgserwartungen zu erfüllen, die andere an uns stellen.

Hier sind einige Vorschläge für eine offene Kommunikation in der Familie

  1. Zuhören, was Familienmitglieder uns zu sagen versuchen: Beginnen wir mit dem Zuhören.
  2. Auf die nonverbale Sprache achten: Man kommuniziert nicht nur mit Worten.
  3. Mit gutem Beispiel voranzugehen, ist der wichtigste Weg zu einer effektiven Kommunikation.
  4. Die Emotionen validieren: Anerkennung und Wertschätzung individueller Emotionen.
  5. Offen für Verhandlungen sein.

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