Ferien und Freizeit
Hello Family Blogger Jérôme

Nostalgie

Gummibärenbande oder Bluey? Super Mario World oder Minecraft? Hello Family Blogger Jerome hat sich Gedanken über (zu viel) Nostalgie gemacht und schreibt, warum man Nostalgie nicht erzwingen sollte.

Ein Sonntagmorgen Anfang der 1990er Jahre. Ich sitze mit einer Schüssel Cornflakes vor dem Fernseher und schaue die Gummibärenbande. Alles ist gut. Etwa 35 Jahre später sind meine Kinder im gleichen Alter und alle alten Folgen meiner liebsten Kinderserien sind jederzeit zum Streamen verfügbar. Perfekt! Meine Kinder finden das Intro zwar lustig, können dann aber doch nicht allzu viel mit den hüpfenden Bären anfangen und möchten lieber Bluey schauen. Auch die alten Nintendo Spiele finden sie total doof. Dann doch lieber die aktuelle Switch. Und alle Hörspiele jederzeit verfügbar auf der Tigerbox zu haben ist ja auch unendlich viel praktischer als die alten, rauschenden Kasettli vom Papa zu hören.

Diese Erkenntnis kann weh tun am Anfang. Viele Eltern möchten so gerne ein Stück ihrer eigenen Kindheit lebendig halten und ihrem Nachwuchs weitergeben. Doch Zeiten und Trends ändern sich. Was gestern noch futuristisch war, ist heute schon veraltet.

Lässt sich doch etwas Nostalgie retten?

Nostalgie lässt sich also nicht direkt übertragen. Doch es gibt Wege, trotzdem etwas von seiner Kindheit weiterzugeben, und Interesse zu wecken. Wie das klappen kann? 

Wenn Kinder eure Begeisterung spüren, sind sie interessierter. Schaut euch die Serie zusammen an und erzählt, was ihr daran so toll fandet, oder warum ihr euch so gerne an die Zeit damals erinnert. Eventuell könnt ihr ja auch eine Parallele zur heutigen Zeit schaffen? «Weisst du, dieses Mario Spiel war damals genau so beliebt wie heute Minecraft, und das spielst du ja so gerne.» 

Und ja, ganz selten darf man seinen Kindern auch etwas aufdrängen. Auf einer langen Autofahrt lasst ihr halt einfach mal einen alten Hörspielklassiker laufen. Wir haben das vor ein paar Tagen gemacht. Zuerst haben sich alle über die Wahl aufgeregt. «Ronja Räubertochter» ist ja schon über 40 Jahre alt. Doch nach wenigen Minuten herrschte absolute Stille. Alle hörten gebannt zu. Setzt dieses Mittel aber nicht allzu oft ein. Und es gibt keine Garantie, dass es klappt. Denn nicht alle alten Geschichten sind zeitlose Klassiker.

Nostalgie lässt sich nicht erzwingen

Meine Social Media Feeds sind mittlerweile voll von verklärten «Früher war alles viel besser!» Posts. Früher war vieles anders, aber definitiv nicht alles besser. Eure Kinder haben das Recht, ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse zu sammeln. Euer Privileg ist es, sie dabei zu begleiten – nicht, ihnen eure Nostalgie aufzuzwingen. 

Letztlich geht es nicht darum, dass Kinder exakt das gleiche mögen wie ihr – sondern darum, gemeinsame Momente zu schaffen. Manchmal ist es nicht das alte Spiel oder die Serie, die haften bleibt, sondern das Erlebnis, etwas gemeinsam zu entdecken. Und vielleicht erzählen eure Kinder später einmal mit einem Hauch von Nostalgie: «Papa hat mir immer seine alten Lustigen Taschenbücher gezeigt – das war schon irgendwie schön... »

Und übrigens: Bluey IST definitiv besser als die Gummibärenbande, dies muss auch ich als alter Millennial neidlos eingestehen.

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