Familienalltag
Hello Family Bloggerin Deborah

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Probleme und Chancen

Unsere Bloggerin Deborah versucht seit neun Jahren, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Mal gelingt ihr das besser, mal schlechter. Weshalb es für sie nicht vorstellbar war, ihren Beruf aufzugeben, lesen Sie in diesem Artikel über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Schweiz.

Warum ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so wichtig?

Für mich war schon immer klar, dass ich trotz Kinder weiterarbeiten würde. Trotz aller Liebe wollte ich nie von einem Partner finanziell komplett abhängig sein. Egal, ob man es auf das monatliche Einkommen oder die Rente bezieht – mir war es immer wichtig, über mein eigenes Geld zu verfügen.

Ich muss betonen, dass ich den Entscheid, weiterhin 60 Prozent zu arbeiten, nicht allein gefällt habe. Für meinen Mann war immer klar, dass wir beide Teilzeit arbeiten würden. Es war uns beiden wichtig, zum Familieneinkommen beizutragen und gleichzeitig unsere Kinder aufwachsen zu sehen.

Tipp: Hello Family Blogger Jérôme berichtet aus seiner Perspektive, wie es ist, wenn die Frau auf einmal wieder berufstätig wird.

Teilzeit führt nicht immer zu finanziellem Plus

Teilzeit ist natürlich auch eine Frage der Finanzen – leider. Eigentlich würde für mich Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeuten, dass Erwerbsarbeit ein finanzielles Plus für die Familie bringt. Das ist leider nicht immer der Fall. Die Steuern werden höher, Krankenkassenprämienverbilligungen fallen weg, die Kita-Kosten fressen ein grosses Loch ins Portemonnaie.

Es lohnt sich also, sich bei Gemeinde und Kanton über die Möglichkeiten finanzieller Unterstützung zu informieren. Eventuell beteiligen sich Gemeinde oder gar der Arbeitgeber als Massnahme zur Förderung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf an einem Teil der Kita-Kosten.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Deborahs Erfahrungen und Ratschläge

In meinen neun Jahren als Working Mom habe ich so einiges über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelernt. Diese Teile ich gerne mit Ihnen.

Wertschätzung am Arbeitsplatz

Es war ein Glücksfall für mich, Chef:innen zu finden, die mich als Person und meine Fähigkeiten als Working Mom schätzen. Ich weiss noch gut, wie sehr ich um meine Arbeitsstelle gebangt habe, als mein Chef mich nach einer längeren Krankheitsphase meiner Kinder zu sich bat. Statt einer Schelte gab es ein Kompliment: Nur Mütter könnten so wahnsinnig gut multitasken, dass sie egal welchen Widrigkeiten zum Trotze ihre Deadlines immer einhalten würden. Dieses Vertrauen und diese Wertschätzung bedeuten mir sehr viel.

Tipp: Von unserer Bloggerin Anaïs erfahren Sie, wie es Ihnen gelingen kann, Ihre Kinder trotz Homeoffice zu betreuen.

Unterstützung von Familie und Freundeskreis

Um als Mutter arbeiten zu können, braucht es ein Dorf an Unterstützung. Da ist zum einen unsere Familie, die uns nicht nur regelmässig bei der Kinderbetreuung unterstützt, sondern auch für Notfalleinsätze da ist, wenn mal wieder gar nichts aufgeht. Zum Beispiel bei Terminstress: Wenn der Papa einen Termin am anderen Ende der Schweiz hat und der lang erwartete Termin am Kinderspital genau so liegt, dass man nicht zu Hause sein kann, wenn die Grossen aus der Schule kommen.

Familie und Dorf bedeuten übrigens nicht nur Blutsverwandte. Auch Familien mit ähnlichen Bedürfnissen können zu einer bedeutenden Ressource werden. Wer offen ist und auf andere Menschen zugeht, bereit ist, sich gegenseitig zu unterstützen, der wird mit einem wunderbaren und funktionierenden Dorf belohnt werden – eine wichtige Massnahme zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Geduld und Durchhaltevermögen

Und zu guter Letzt: Ich weiss, dass es manchmal wahnsinnig schwierig ist. Auch ich habe mir insgeheim oft vorgestellt, wie es wäre, einfach nur zu Hause zu sein. Denn manchmal kann es schon sehr hart sein, sich um Kinder, Haushalt und Beruf zu kümmern. Doch halten Sie durch! Wenn die Kinder grösser werden, wird das mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch einfacher. So kann man etwa gut im Homeoffice arbeiten, wenn das Kind krank ist. Oder man arbeitet einfach noch eine Stunde von zu Hause aus, während die Schulkinder am Feierabend friedlich in ihrem Zimmer spielen.

Und dann entdeckt man vielleicht auch ganz neue Freiheiten wieder: Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal seit langem wieder einige Geschäftsreisen gemacht. Ein bisschen gelitten hat mein Mann zwar schon, als er die alleinige Kinderbetreuung übernommen hat. Aber er hat es geschafft: Er überlebte und den Kindern ging es auch ohne Mama gut. Und die Mama durfte glücklich und voller neuer Erfahrungen wieder nach Hause kommen und sich auf das Familienleben freuen.

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