Die lieben Hausaufgaben

Zwischen Eltern und Kindern gibt es sicherlich harmonischere Themen als die Hausaufgaben. Während manche Kinder die Aufgaben souverän aus dem Ärmel schütteln, sitzen andere innerlich (oder manchmal auch laut) fluchend, überfordert und den Tränen nahe vor diesem unüberwindbaren Berg an Arbeit.

Grundsätzlich sollten Kinder ihre Hausaufgaben selbst meistern können, manchmal etwas Unterstützung und die passenden Rahmenbedingungen sind jedoch hilfreich, wenn es darum geht, die Hausaufgabenzeit einigermassen schadlos und stressfrei zu überstehen.

  • Der Arbeitsplatz. Ruhig, aufgeräumt und hell sollte er sein. Das Pult im Zimmer erscheint ideal. Oftmals ist der optimale Arbeitsort aber gar nicht im Kinderzimmer. Viele Kinder zieht es in die Nähe der Eltern. An den Küchentisch, ins Wohnzimmer, ins Büro. Finden Sie mit dem Kind heraus, wo es sich am wohlsten fühlt und wo es konzentriert arbeiten kann. 
  • Die Grundstimmung. Wenn das Kind diese doch sehr einfachen Rechnungen einfach nicht hinkriegt, im Lesen noch immer über fast jedes Wort stolpert: Bleiben Sie ruhig! Druck und schlechte Stimmung sind kontraproduktiv. Haben Sie Geduld, finden Sie gemeinsam mit dem Kind heraus, was es für seine Fortschritte braucht. Und nehmen Sie das Kind ernst. Ein «Aber das ist doch total einfach» hilft hier nicht weiter. 
  • Die elterliche Unterstützung. Seien Sie präsent, aber sagen Sie keine Lösungen vor! Natürlich können Sie Lösungswege aufzeigen oder dem Kind erklären, wo es nachschlagen kann. Danach suchen muss es aber selbst. Denn selbst erarbeitetes Wissen bleibt länger im Gedächtnis.
  • Der Zeitpunkt. Welches ist die beste Zeit? «Nach der Arbeit das Vergnügen», heisst es so schön. Und das macht durchaus Sinn, da man die freie Zeit nach den erledigten Hausaufgaben besser geniessen kann. Doch jeder hat seinen eigenen Rhythmus. Eine klare Ansage, wie «Vor dem Abendessen müssen die Hausaufgaben erledigt sein», kann helfen. So kann das Kind den Zeitpunkt eigenverantwortlich wählen. 
  • Der Wochenplan. Manche Lehrer geben Wochenaufgaben. So lernen die Kinder selbstständiger zu werden, ihre Arbeit einzuteilen, Prioritäten zu setzen. Kleinere Kinder kann man hier anfangs unterstützen, indem man gemeinsam mit ihnen herausfindet, welche Aufgaben einfach, welche schwieriger sind, wie viel Zeit man dafür wohl braucht, bis wann die Aufgabe erledigt sein muss und an welchen Tagen mehr und an welchen weniger Zeit zur Verfügung steht. Mit einer To-Do-Liste hat das Kind den Aufwand im Blick und das jeweilige Durchstreichen von Erledigtem wirkt motivierend. 
  • Die Pausen. Die Konzentrationsspanne eines Kindes ist altersabhängig. Wenn es harzt, machen kurze Pausen Sinn. Braucht das Kind mehr Unterstützung, nörgelt aber nur? Dann bitten Sie es, Sie erst wieder zu rufen, wenn es konzentriert weiterarbeiten kann.
  • Die Lehrkraft. Wenn Sie das Gefühl haben, dass das Kind überhaupt nicht nachkommt und mit den Hausaufgaben heillos überfordert ist, suchen Sie das Gespräch mit der Lehrkraft. 

Nadja, Hello Family Bloggerin

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