Eifersucht zwischen Kleinkind und Baby

Als unser Sohn gerade ein paar Wochen alt war, schob die zweieinhalbjährige grosse Schwester auf einmal den Hochstuhl durch die halbe Wohnung ans Babybettchen und kletterte zu ihrem kleinen Bruder hinein. Wir schauten gespannt zu und dachten, sie würde ihm ja vielleicht ein Küsschen geben ...

Falsch gedacht. Nach einem kräftigen Biss in den Babyrücken kletterte sie seelenruhig wieder aus dem Bettchen und widmete sich ihrem Büchlein, als wäre nichts geschehen.

Entthronungsschock und negative Aufmerksamkeit

Der «Entthronungsschock» war gross. Plötzlich kümmerten sich Mama und Papa nicht mehr ausschliesslich um sie, sondern auch um das Baby. Unsere Tochter wollte also plötzlich auch wieder ein Baby sein: Wollte getragen werden, wieder im Elternbett schlafen, und auch der Nuggi war urplötzlich wieder ein Thema. Dazu kam zum Teil rasende Eifersucht, die sich oft durch destruktive negative Aufmerksamkeit zeigte. Das Baby hat ein neues Spielzeug? Wegnehmen und kaputt machen. Neue Socken? Sofort vom Füsschen reissen und dem Bäbi anziehen. Ein schönes Nuschi? Sicher nicht! Das gehört jetzt ihr. Oder zumindest dem Bäbi ...

Wenn ihr selber Geschwister habt, solltet ihr mal eure Eltern fragen, wie das bei euch gewesen ist. Sie erzählen euch sicher ähnliche Geschichten.

Extrazeit einplanen und Ängste ernst nehmen

Wie kann man denn dieser Eifersucht begegnen? Wir haben unsere Tochter zum Beispiel von Anfang an in die Babypflege mit einbezogen. Sie durfte beim Wickeln helfen oder beim Babybaden zuschauen. Auch nahmen wir uns viel Zeit, in der sie ganz bewusst im Mittelpunkt stand. Wir haben auch festgestellt, dass es für das Baby keinen tolleren Zeitvertrieb gibt, als seiner grossen Schwester beim Spielen zuzuschauen. Was sie wiederum ganz toll findet (zumindest noch, da er ihr jetzt noch nicht bewusst das Spielzeug wegnehmen kann ...).

Mittlerweile hat sich die Situation gebessert, und der kleine Bruder darf ab und zu sogar mit ihren alten Babyspielsachen spielen. Sie fragt am Morgen jeweils als Erstes nach ihm und gibt ihm auch immer wieder Küsschen und Umarmungen. Wenn wir einen Ausflug machen, ist es für sie ganz klar, dass er dabei ist.

Wie so oft hilft es also, sich Zeit für seine Kinder zu nehmen, dem älteren Geschwister aber auch genügend Zeit zu geben, um mit der neuen Situation zurecht zu kommen.

Übrigens: In wenigen Wochen gehen die beiden zum ersten Mal zusammen in die Kita. Wir sind uns sicher, sie werden ein grossartiges Team.

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