Wie sich das Kaufverhalten beim zweiten Kind ändert

Während meiner ersten Schwangerschaft bin ich mit einer Checkliste für die Baby-Erstausstattung von Babygeschäft zu Babygeschäft marschiert. Ich tippte mit dem Zeigefinger wild drauf rum und erklärte den Verkäuferinnen, was Baby N. für den Start ins Leben alles benötigte.

Strampler, Nuschis, Nuggis, Krabbelmatte, Babyspielzeug und Söckchen im Miniformat. Am liebsten hätte ich auch gleich schon Teller und Besteck sowie das erste Kindergartentäschli gekauft. Der Nestbautrieb und der Rausch der Endorphine während des Einkaufens hatten mich fest im Griff.

In der Retrospektive kaufte ich viel zu viel ein. Unser Kind verweigerte den Nuggi, Fläschchen brauchte ich für mein Stillbaby kaum und Strampler fand ich dann doch irgendwie unpraktisch. Überdies bekam ich etwa fünf Nuggiketten zur Geburt geschenkt, die nun allesamt in einer Kiste ihr unbenutztes Dasein fristen. Die schaurig süssen Babysachen hatten es mir dennoch angetan. Und bei jedem Kauf dachte ich: «Das kann ich ganz bestimmt auch noch für das zweite Kind gebrauchen.»

Dann kam das zweite Kind. Auch ein Mädchen. Ich wühlte mich durch die Babysachen und … Es gefiel mir nur noch ein Bruchteil davon. In zwei Jahren hatten sich meine Vorlieben derart verändert, dass ich erneut losmarschierte und das eine oder andere Kleidchen besorgte. Denn auch bei Baby M. war ich so voller Vorfreude und Tatendrang, dass es mir nur gerecht schien, Sachen speziell für mein zweites Kind zu kaufen.

War ich beim ersten Kind noch durch Emotionen, Versuch und Irrtum getrieben, kaufe ich für das zweite Kind heute pragmatischer und mit mehr Erfahrung ein. Nicht nur bei Anziehsachen, sondern beispielsweise auch beim Essen. Bioprodukte sind mir nach wie vor wichtig. Wenn jedoch die Bio-Banane im Regal fehlt, kaufe ich eben eine stinknormale Banane ein.

Beim ersten Kind hätte ich wahrscheinlich verzweifelt alle Läden nach der perfekten Banane abgeklappert. Ich hätte gegoogelt, in Mütterforen recherchiert, meinen Kinderarzt konsultiert und mich stundenlang gefragt, was wohl passiert, wenn Baby N. in eine Banane ohne Bioqualität beisst.

Heute weiss ich: Mit zwei Kindern an der Hand ist das schlichtweg unmöglich. Denn würde ich lange an der Banane rumstudieren, hätten die Minis bereits das Regal mit den Eiern geentert.

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