Süsse Mittagsstunde

Als ich erst ein Kleinkind hatte, war die Mittagsruhe eine meiner liebsten Zeiten des Tages. Endlich ein bisschen Zeit für mich. Auch wenn ich diese Zeit meistens nutzte, um die vom Kind zerstörte Wohnung wieder in Stand zu setzen. Trotzdem: Ich hatte ein paar Stunden für mich.

Irgendwann – es war wohl kurz nach ihrem ersten Geburtstag – liess sich meine Tochter nicht mehr so einfach ins Bett legen. Sie weinte, wollte nicht schlafen. Da half nur eines: Sie mit dem Tragetuch auf den Rücken binden und Wäsche zusammenlegen. Dies wurde zu unserem gemeinsamen Mittagsschlafritual. Auch hier eine Win-Win-Situation. Meine Tochter schlief innerhalb von 15 Minuten ein, ich erledigte die elende Wäsche und danach konnte ich sie schlafend in ihr Bettchen legen.

Als ich etwa im sechsten Monat mit dem kleinen Bruder schwanger war, ging das auch nicht mehr. Meine Tochter wollte partout nicht mehr getragen werden – auch wenn sie todmüde war. Und so schufen wir ein neues Ritual: Ich machte einen kurzen Spaziergang mit dem Kinderwagen, bis sie einschlief. Danach konnte ich sie in ein ruhiges Zimmer oder gerne auch auf den Balkon stellen (ja, ihr habt richtig gelesen, das ist wunderbar wegen der frischen Luft) und sie schlief noch eine oder zwei Stunden weiter.

Seit wir zwei Kinder haben, ist es auch mit der Ruhe am Mittag vorbei. Da unsere Tochter nach wie vor nur im Kinderwagen einschläft, binde ich mir den Kleinen auf den Rücken und mache einen langen Spaziergang. Mit ganz viel Glück schlafen dann zwar beide Kinder aufs Mal – aber nur solange sich Mama bewegt. Immerhin: So bewege ich mich garantiert genug!

Alternativ habe ich davon gelesen, dass viele Eltern eine Zimmerstunde eingeführt haben, um doch ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Das ist eine Stunde, in der sich die Kinder in ihrem Zimmer frei spielen. Ich habe dies mit unserer Tochter auch schon probiert, als sie partout den Mittagsschlaf verweigerte. Natürlich bin ich damit grandios gescheitert. Nach wenigen Minuten stand das Kleinkind wieder vor mir und wollte ein Buch vorgelesen bekommen.

Im Sommer habe ich dann aber tatsächlich eine Alternative zur Zimmerstunde gefunden. Ich habe Badewanne, Waterplay sowie diverse Giesskannen und Kübel auf dem Balkon mit Wasser gefüllt und meine Tochter damit planschen lassen. Natürlich hatte ich stets ein Auge auf mein Kind. Trotzdem konnte sie sich damit wunderbar ein Weilchen alleine beschäftigen.

Wann es Zeit wird, den Mittagsschlaf abzuschaffen, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Gemäss unserer Kinderärztin brauchen Kinder ihn mindestens bis sie drei Jahre alt sind. Wenn die Kinder am Abend immer spät ins Bett wollen, kann man versuchen, diesen wegzulassen. Mit Betonung auf «versuchen»: Verzichtet unsere bald dreijährige Tochter auf den Mittagsschlaf, ist die Laune am Abend schrecklich. Und zwar bis 22 Uhr.

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