Was tun bei Schwangerschaftsübelkeit

Es könnte so schön sein. Der positive Schwangerschaftstest – dieses süsse Geheimnis, das viele Paare die ersten drei Monate für sich behalten wollen. Doch dann – meistens um die 6. Woche herum – meldet sich der Magen.

Vielen Frauen ist es nur am Morgen etwas flau, sobald sie etwas Kleines gegessen haben, geht es ihnen besser. Deshalb ist sie auch als Morgenübelkeit bekannt.

Mein Magen wusste bei meinem zweiten Kind bereits vor mir, dass ich schwanger war. Noch vor dem positiven Test begann ich mich zu erbrechen. Zuerst glaubte ich an eine Magendarmgrippe. Doch als die Übelkeit nach einigen Tagen und zu jeder Tages- und Nachtzeit anhielt, wusste ich, dass die Übelkeit wohl eine andere Ursache hatte.

Allgemein wird bei Schwangerschaftsübelkeit geraten, immer wieder eine Kleinigkeit zu essen, Ingwertee zu trinken oder an einer Zitrone zu riechen. Mir half leider nichts. Die Kleinigkeiten erbrach ich sofort. Und den Ingwertee so oft, dass ich seither eine grosse Abneigung gegen die Knolle hege.

Ja, es ging mir bereits bei meinem ersten Kind schlecht. Ich erbrach mich bis zu zehn Mal täglich. Ich benötigte eine Infusion. Doch mit den richtigen Medikamenten konnte ich mein Leben einigermassen weiterführen. 

Nicht so in meiner zweiten Schwangerschaft. Auch da musste ich ab der fünften Schwangerschaftswoche Medikamente nehmen. Zuerst die schwachen, dann die mittelstarken. Als ich trotzdem keinen Schluck Wasser behalten konnte, war die Diagnose klar: Hyperemesis Gravidarum. Die schlimmste Form der Schwangerschaftsübelkeit, die vielen wegen Herzogin Kate von England bekannt ist. 

Damit begann ein Martyrium, das weitere acht Monate anhalten sollte. Ich war mehrere Wochen krankgeschrieben. Mit starken Medikamenten konnte ich das Erbrechen zwar auf zwei bis drei Mal täglich reduzieren. Das Medikament machte mich allerdings sehr müde. Mein erstes Trimester zusammengefasst: Schlafen, Erbrechen, Schlafen. Dazwischen mich selbst ein bisschen bemitleiden und ein unglaublich schlechtes Gewissen gegenüber meiner Tochter hegen, um die ich mich nicht angemessen kümmern konnte. Zum Glück sprangen Familie und Freunde in die Bresche.

Ebenfalls geholfen hat mir Akkupunktur und die Zeit. Ich musste zwar noch bis zum Ende des sechsten Monates Medikamente nehmen. Zum Glück konnte ich diese reduzieren und das Erbrechen wurde allmählich weniger. Erlöst wurde ich erst durch die Geburt.

Liebe zukünftige Mamas, wenn es euch ähnlich wie mir ergeht, holt euch Hilfe. Ihr müsst nicht im stillen Kämmerchen leiden. Schwangerschaftsübelkeit lässt sich behandeln – sei es mit Hausmitteln, Alternativmedizin oder Medikamenten. Ihr müsst und dürft nicht leiden.

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