Über den nicht existenten Schlaf in der Schwangerschaft. Und danach.

Als mir die Hebamme verkündete, dass die Bauchlage nach einer natürlichen Geburt für die Rückbildung der Gebärmutter förderlich ist, machte ich innerlich einen kleinen Luftsprung. Endlich wieder auf dem Bauch schlafen! Der Milcheinschuss machte mir dann aber flugs einen Strich durch die Rechnung.

Neun Monate lang übte ich mich darin, in Links-Seitenlage in den Schlaf zu finden. Diese soll gemäss Ratgeberseiten bekanntlich «the one and only» sein. Vor allem im letzten Trimester gilt es, die Rückenlage zu vermeiden. Von der Bauchlage brauchen wir erst gar nicht reden … Nacht für Nacht sagte ich der Insomnia mit Kissen im Rücken und Stillkissen zwischen den Beinen den Kampf an. Nun. Ich behaupte jetzt mal, dass die nächtliche Suche nach einer bequemen und schwangerschaftstauglichen Liegeposition jedoch eines der kleineren Übel gewesen ist.

Vielmehr suchten mich Wadenkrämpfe heim, die mich wie von der Tarantel gestochen, hochschrecken liessen. Magnesium schaffte Abhilfe. Auch machte ich Bekanntschaft mit gefühlt tausend Krabbeltierchen, die meinen Arm kurzerhand in einen Ameisenhaufen verwandelten. So fühlt es sich doch an, wenn einem die Extremitäten einschlafen, oder? Aber hey, wenigstens etwas an mir, das schlief.

Manchmal gesellte sich überdies ein fieses Sodbrennen zur lustigen Schar der nächtlichen Unruhestifter. Da half nur eine Tasse Pfefferminztee. Und das Kissen des sanft schnarchenden Ehemannes, das ich kurzerhand unter meinen Rücken schob, um meinen Oberkörper höher zu lagern. Oh und habe ich die unzähligen Toilettengänge schon erwähnt? Der Pfefferminztee gab sein Bestes. Ebenso meine Blase, die auf die Grösse einer Traube geschrumpft und vom winzigen Menschlein in meinem Bauch mit kräftigen Tritten stimuliert wurde. Es hätte mich nicht gewundert, wenn unsere Tochter mit einem Fussballtrikot bekleidet zur Welt gekommen wäre.

Wie auch immer. Ich glaube fest daran, dass die Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft bereits ein Training für die Zeit nach der Geburt ist. Denn haben die Kleinen mal die wohlige Bauchhöhle verlassen, fängt die nächtliche Party erst richtig an. Aber wisst ihr was? Egal wie tief die Nacht war; sobald ich in das Gesichtchen meines Babys blickte, war die Welt für mich schwer in Ordnung. Schlaf hin oder her. 

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