Wenn der schulische Leistungsdruck einsetzt

Meine Tochter ist im Sommer in die 5. Klasse gekommen. Und schon seit Monaten schnappen wir hier und dort aufmunternde Aussagen auf, wie «Ja, also die 4. Klasse geht ja noch, aber dann die 5. Klasse ... Uuuuhhh …!»

Ja, tiefenentspannt haben wir dem neuen Schulabschnitt nicht entgegengeblick . Die 5. Klasse ist wichtig. Hier werden erste feine Weichen gestellt. Der erste Zukunftstag findet statt. Das Kind macht sich erstmals ernsthaftere Gedanken zur Berufswahl, will schon lange nicht mehr Superheldin oder Astronautin werden, und die Aufgaben werden mehr.

Noch ist bei uns alles im grünen Bereich, aber ich beobachte aufmerksam. Doch in dieser Stufe wächst der Leistungsdruck. Das Gefühl wächst, viele Dinge auf einmal tun zu müssen, die Gedanken kreisen, vielleicht ist da auch die Angst, etwas zu vergessen. Die Prüfungsangst nimmt zu, manche Kinder leiden an Schlaflosigkeit, sie essen viel zu viel oder viel zu wenig, psychosomatische Symptome wie Kopf- oder Bauchschmerzen machen sich bemerkbar. Vielleicht zieht sich das Kind zurück, wirkt unruhig oder aggressiv. Und die üblichen Herausforderungen einer Pubertät entspannen die Lage auch nicht wirklich.

Wichtig ist, dass wir das Kind beobachten und es rechtzeitig unterstützen. Diese fünf Punkte können dabei hilfreich sein.

  • Die eigene Erwartungshaltung überprüfen: Es ist eine Gratwanderung zwischen dem Wunsch, dass das Kind Einsatz zeigt, aber dennoch nicht gleich in sich zusammenfällt. Also macht es Sinn, hin und wieder zu überprüfen, ob wir das Kind selbst zu sehr unter Druck setzen?
  • Kurzzeitige Ablenkung: Scheint das Kind gestresst, wirkt manchmal schon eine kleine Auszeit wahre Wunder. Ins Kino, ins Theater, raus aus dem Hamsterrad. Am effektivsten ist sicher eine ruhige Umgebung, etwas Natur, ein langer Spaziergang. Das gibt Energie. Macht den Kopf frei.
  • Das Problem bei der Wurzel packen: Die Auswirkungen sollen natürlich bekämpft werden, helfen aber nur kurzfristig. Geht man dem Problem nicht auf den Grund, ist dies wenig nachhaltig. Ein Gespräch hilft, ob mit den Eltern oder einer anderen Vertrauensperson spielt keine Rolle. Aber die richtigen Fragen schon. WAS genau stresst das Kind? WAS möchte es anders haben? Und WAS kann das Kind dagegen tun, WAS liegt im Rahmen seiner Möglichkeiten? WAS kann es ändern und WER kann ihm dabei helfen?
  • Terminplan erstellen: Ein realistischer Zeitplan über die zu erledigenden Aufgaben, entspannt die Lage. Erstens geht so nichts vergessen und zweitens kann das Kind guten Gewissens die Arbeit niederlegen, wenn es das Soll erreicht hat. Es behält den Überblick. 
  • Massnahmen ergreifen: Hilft alles nichts und ist der Stoff nicht mehr zu bewältigen, sollte gemeinsam mit dem Kind das Gespräch mit der Lehrperson gesucht werden. 

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