Homeoffice mit Kindern: Geht das?

Den Begriff «working mom» mag ich nicht. Er wird von vielen Müttern bewusst verwendet, um auszudrücken, dass sie neben der Tätigkeit als Mutter eben auch noch berufstätig sind. Impliziert die stetige Verwendung des Begriffs aber nicht unterschwellig, dass eine berufstätige Mutter eine Rarität ist?

Fakt ist: Vier von fünf Müttern in der Schweiz arbeiten Teilzeit. Demnach müsste sich die Mehrheit aller Mütter als «working moms» bezeichnen. Wieso wird diesem Begriff dennoch eine derart hohe Bedeutung beigemessen? Wo es doch in der Schweiz normal und superpositiv ist, dass Mütter neben der Familienarbeit noch einer anderen (externen) Beschäftigung nachgehen?

Working moms in der Überzahl

80 Prozent der Mütter in der Schweiz möchten den Anschluss im Berufsleben nicht verlieren. Sie geniessen es, an ihren Arbeitstagen in Ruhe mit Arbeitskollegen ein (nicht selbstgekochtes) Mittagessen zu sich zu nehmen und sich mal wieder mit Erwachsenenthemen zu beschäftigen. Last but not least trägt ihr Lohn ein hübsches Sümmchen zum Familieneinkommen bei.

Auch ich bin also eine «working mom». Als Content Creator für meinen Blog Mini & Stil sowie externe Anspruchsgruppen erfülle ich ein Arbeitspensum von 60 Prozent. Als Selbständige erledige ich meine Arbeit allerdings im Homeoffice. Ihr stellt euch nun vielleicht eine am Computer sitzende Mutter vor, die wild in die Tastatur tippt, Texte und Bilder kreiert und telefoniert, währenddem die Kinder im Wohnzimmer frisch fröhlich vor sich hin spielen.

Homeoffice mit Betreuung

So ist es nicht. Mein Homeoffice funktioniert nur, wenn die Minis ausser Haus und betreut sind. So kann ich an meinen Arbeitstagen externen Terminen nachgehen, Arbeiten erledigen, die ich termingerecht abgeben muss, und meine To-do-Liste abarbeiten. Wenn dann mal etwas liegenbleibt, muss ich es abends machen, sobald die Kinder im Land der Träume sind.

Wichtig ist mir, dass ich Arbeitstage und Familientage abgrenze. Wenn ich mit den Kindern zusammen bin, möchte ich ihnen meine volle Aufmerksamkeit schenken und keine E-Mails checken müssen. Wenn ich arbeite, möchte ich konzentriert vorankommen. Natürlich ist das nicht immer einfach. Denn gerade in meinem Job sind die Übergänge teilweise fliessend. Und dennoch versuche ich stets, irgendwie die vieldiskutierte Balance zu halten.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Neuere Entwicklungen zeigen, dass nun auch in der Schweiz sogenannte Coworking-Spaces für Mütter im Vormarsch sind. Das sind Räumlichkeiten, in denen Mütter arbeiten, von einem inspirierenden Netzwerk profitieren können und die Kinder in der Nähe professionell betreut werden. Ein Platz also, wo man Kind und Karriere besser, stressfreier und flexibler unter einen Hut bringen kann. 

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