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Hello Family Blogger Jérôme

Mit Kindern durch die Areuse-Schlucht, die «Gorges de l’Areuse»

Der Kanton Neuenburg ist nicht nur für den See und die Hauptstadt bekannt, auch der Creux du Van und die Areuse-Schlucht sind beliebte Ausflugsziele. Doch ist eine Wanderung durch die «Gorges de l’Areuse» auch etwas für (kleine) Kinder? Hello Family Blogger Jérôme hat es für Sie getestet.

Die Areuse fliesst keine 40 Kilometer durch den Kanton Neuenburg, bevor sie bei Boudry in der Nähe von Neuchâtel in den Neuenburger See mündet. Südlich von Noiraigue hat sich der Fluss über Tausende von Jahren durch den Jura «gefressen» und eine imposante, tiefe Schlucht mit vielen Wasserfällen hervorgebracht – die Gorges de l’Areuse. Eine Wanderung durch die Areuse-Schlucht ist deshalb ein ganz besonderes Naturerlebnis.

Start zu den Gorges de l’Areuse in Noiraigue im Val de Travers

Die Anfahrt zur Areuse-Schlucht ist einfach: In Neuchâtel einfach in die S-Bahn steigen, die meist auch mit vielen weiteren Wanderern gefüllt ist, und 20 Minuten bis Noiraigue fahren. Wer will, kann natürlich auch mit dem Auto zur einzigartigen Schlucht der Areuse anreisen, beim Bahnhof Noiraigue stehen genügend Parkplätze zur Verfügung. In Noiraigue kann man am Bahnhof auch E-Bikes mieten oder – wie der grösste Teil der S-Bahn-Passagiere – zum Creux du Van wandern.

Durch die Areuse-Schlucht: Die Wanderung ist manchmal steil und teils anspruchsvoll

Die ersten paar Hundert Meter entlang der Areuse sind recht unspektakulär. Wandermüde Kinder müssen hier besonders motiviert werden. Doch sobald die ersten Wasserfälle der Gorges de l’Areuse auftauchen und der Weg allmählich schmaler wird, ist die Langeweile vorbei. Überall gibt es etwas zu entdecken: alte Wasserkraftwerke, Brücken, Angler, steile Treppen und noch mehr Wasserfälle. Das grösste Highlight auf der Wanderung durch die Areuse-Schlucht war für uns alle aber die wunderschöne Steinbrücke «Pont du Saut du Brot».

Der Weg ist zwar stets gut gesichert, aber doch nicht ganz ohne für Kinder. Eine gewisse Trittsicherheit braucht es definitiv und wer unter starker Höhenangst leidet, ist hier am falschen Ort. Bei Nässe sollte man die Wanderung durch die Schlucht der Areuse auf keinen Fall machen – auch nicht ohne Kinder: Die Steine sind zu rutschig. Für Kinderwägen ist die Wanderung übrigens absolut ungeeignet, ebenso empfiehlt es sich nicht, durch die Areuse-Schlucht mit dem Hund zu wandern.

Wir haben uns lange überlegt, ob die Wanderung für unseren gut dreieinhalbjährigen Sohn nicht etwas zu sportlich ist. Wir haben es dann aber gewagt – und es ist gutgegangen. Er hat den Weg durch die Gorges de l’Areuse bravourös gemeistert, ich hatte ihn aber immer sicher an der Hand. Eine Trage, Kraxe oder andere Tragehilfe ist auf der Wanderung für Kinder ist sicher auch empfehlenswert, so kann man den Nachwuchs jederzeit über schwierige Passagen hinweg befördern. Für unsere knapp Sechsjährige war die Familienwanderung aber wirklich überhaupt kein Problem.

Flusskrebse und Forellen in Champ du Moulin

Die ganze Gorges-de-l’Areuse-Wanderung von Noiraigue bis runter an den See nach Boudry ist 11,5 Kilometer lang und dauert bei schnellem Tritt rund drei Stunden. Wir sind jedoch sehr gemütlich unterwegs gewesen und hatten nach etwas über zwei Stunden erst die Hälfte der Strecke zurückgelegt, als wir im Weiler Champ du Moulin ankamen. Dort gibt es ein kleines, sehr sympathisches Museum, das sich den Gelyella widmet. Das sind kleine Ruderfusskrebse, die es nur hier im Jura und in Südfrankreich gibt. Ebenfalls in Champ du Moulin befindet sich das «Restaurant de la Truite», das für seine Forellenspezialitäten weit über die Areuse-Schlucht hinaus bekannt ist. Wir mussten aufgrund der hohen Nachfrage ziemlich lange auf unser Essen warten. Wer ungeduldige Kinder dabeihat, nimmt eventuell besser Picknickverpflegung für die ganze Familie mit, statt mit den Kindern ins Restaurant zu gehen.

Auf dem zweiten Teil der Wanderung öffnet sich die Areuse-Schlucht immer mehr und es gibt viele Höhlen und Grotten zu entdecken, die von Neandertalern bewohnt wurden. Für genauere Erkundungen waren die Kinder dann aber schon zu müde, so nahmen wir die S-Bahn von den Gorges de l’Areuse (die Station ist keine zehn Minuten vom Wanderweg entfernt) zurück nach Neuchâtel, wo wir den Tag gemütlich bei einem Glacé am See ausklingen liessen.

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