Mutterschaft – reloaded

Als ich mit meinem zweiten Kind, unserem Sohn, schwanger war, versuchten mir nicht wenige Bekannte Angst zu machen. «Warte nur, bis er da ist, dann wird es richtig streng», sagten sie. Oder: «Du bist erst eine richtige Mama, wenn du zwei oder mehr Kinder hast.»

Sie waren erfolgreich. Ich war terroririsiert und glaubte nicht, dass ich die Zeit mit Neugeborenem und Kleinkind überstehen würde. Ich würde sicher ununterbrochen weinend zusammenbrechen und das Haus nie verlassen. Falsch gedacht. Ich hatte wahnsinnigen Respekt vom ersten Nachmittag, den ich (nach dem Vaterschaftsurlaub meines Mannes) mit den Kindern alleine verbringen würde. In Wahrheit war alles halb so schlimm: Unsere Tochter nutzte die vielen Stillpausen, um sich von mir Bücher vorlesen zu lassen. Und beim Wickeln schaute sie mir gespannt über die Schulter.

Ich merkte, wie ich mich ganz natürlich in meine Rolle als Zweifach-Mama einfand und alles langsam aber sicher zur Routine wurde. Auch die gelegentlichen Eifersuchtsattacken der grossen Schwester.

Ein bisschen stimmte die Aussage unserer Bekannten übrigens schon. Kürzlich, als ich mal wieder wie eine Wahnsinnige aufräumte und putzte, meinte mein Mann: «Ach, hast du dich mal wieder von einem Ein-Kind-Haushalt beeindrucken lassen.» Er hatte Recht. Ich war tatsächlich kurz zuvor bei Freunden zu Besuch gewesen, die erst ein Kind hatten und deren Wohnung auf mich so wahnsinnig perfekt wirkte. Ich habe aktuell tatsächlich den Eindruck, in Hausarbeit zu versinken. Die Wäscheberge türmen sich bis zur Decke. Neben Familienmahlzeiten koche ich nun zweimal täglich Brei. Und zwei Kinder bedeuten definitiv doppelt so viel Dreck. Mindestens. Und bis wir das Haus verlassen haben, dauert es sicher eine Stunde. Fragt mich nicht genau, weshalb wir so lange brauchen … Ich vermute, es hat damit zu tun, dass sich meine Tochter zurzeit leidenschaftlich gerne die Schuhe auszieht.

Trotzdem, ihr lieben (werdenden) Mehrfachmamas: Lasst euch keine Angst machen. Die Natur hat uns Menschen dafür geschaffen, mehrere Kinder zu haben. Sicher, am Anfang ist die Zeit mit zwei Kindern sehr intensiv. Aber die Kleinen sind es definitiv wert.

Und glaubt mir, es wird leichter. Mit jedem Monat werden die Kleinen selbstständiger und beginnen, mehr miteinander zu interagieren und zu spielen.

Mehr Blogartikel von Deborah

Werbung