Wie überlebe ich die Trotzphase?

Ein typischer Morgen: Baby wickeln, eincrèmen, etwas kuscheln. Danach das Kleinkind. Nach einer kurzen Diskussion zum T-Shirt ist sie auch endlich bereit für die Kita. Das Wetter ist schön, also ab in den Veloanhänger, von dem sie doch eigentlich so begeistert ist. Aber nein. Nicht heute!

«NEIN! KINDERSITZLI! MAMAVELO!» Nur leider ist das Kindersitzli zusammen mit Mamas Velo am Bahnhof. Mama wiederum ist längst unterwegs zur Arbeit in einer anderen Stadt. Das Drama beginnt ...

The Terrible Twos

Wir sind nun mitten in den Terrible Twos – so wird die Zeit der unberechenbaren Trotzanfälle auf English auch genannt. Bei unserer Tochter ist die Trotzphase nicht ganz so schlimm, aber es kommt immer wieder vor. Wir haben uns mittlerweile längst an mitleidige Blicke im Coop gewöhnt, wenn wir unserer Tochter zum Beispiel anstelle des rosa Hello Kitty Drinks «nur» den JaMaDu Früchtetee kaufen. Auch kleine Spektakel in der Badi oder im ÖV stecken wir meist locker weg. Inzwischen haben wir uns ein paar Überlebenstipps zurechtgelegt, um die Trotzphase so gut wie möglich durchzustehen. 

Wissen

Informiert euch über die Trotzphase. Kinder entdecken in diesem Alter, dass sie wirklich eigenständige Wesen sind. Dieser Wunsch nach mehr Autonomie stösst aber immer wieder auf elterliche Grenzen. Das zu akzeptieren ist nicht einfach. Zugleich verändert sich das Gehirn rasant – ähnlich wie dann später in der Pubertät. Seid euch also auch bewusst, dass die Trotzphase – wie es der Name schon sagt – nur eine Phase ist, die vorbeigeht.

Unterstützen

Viele Trotzanfälle haben damit zu tun, dass sich unsere Tochter nicht entscheiden kann oder etwas Bestimmtes unbedingt will und es nicht bekommt. Uns hilft es dann oft, ihr die Wahl zu geben, sich ganz konkret zwischen zwei Sachen zu entscheiden. So lässt sich oft ein Kompromiss zwischen kleinkindlicher Autonomie und elterlichen Grenzen finden. 

Thema wechseln

Wenn sie sich komplett auf ein Thema eingeschossen hat, hilft es bei uns auch ganz einfach, das Thema zu wechseln und mit ihr über etwas zu sprechen, das sie liebt. Kätzchen entschärfen bei uns erstaunlich oft kritische Situationen.

Klar und berechenbar sein

Euer Kind ist eh schon verwirrt, also helft ihm und seid klar. Steht zu den Grenzen, die ihr setzt, bleibt konsequent und berechenbar. Was langfristig passiert, wenn ihr bei jedem Trotzanfall nachgebt, könnt ihr euch ja vorstellen. 

Verständnis zeigen

Seid euch bewusst, dass der Trotzanfall für euer Kind wohl mindestens so schlimm ist wie für euch. Nehmt euer Kind in den Arm und tröstet es. Bei uns sind viele Trotzanfälle auch eine Kombination aus Hunger und Müdigkeit. Ganz oft hat es uns geholfen, unsere Tochter in den Arm zu nehmen und sie zu fragen, ob sie Hunger habe oder müde sei. Sehr oft wurde da aus ganz vielen lauten NEIN ein leises Ja ...

Alles nur eine Phase

Die Terrible Twos sind nicht einfach. Für niemanden. Bewahrt wenn immer möglich eure Ruhe, bleibt konsequent, aber zeigt auch Verständnis. Unsere Tochter wird im Herbst drei. Können wir also aufatmen? Wahrscheinlich nicht. Vor einigen Tagen haben uns Bekannte gesagt, dass es zwischen drei und vier dann erst wirklich schlimm werde ... Wir üben also auch weiterhin das «es ist alles nur eine Phase»-Mantra.

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