Die Gretchenfrage: Plastik- oder Holzspielzeug?

Bevor unser erstes Kind auf die Welt gekommen ist, habe ich eine ganz klare Vorstellung gehabt, wie Kinderspielzeug zu sein hat. Aus Holz. In dezenten Farben. Und natürlich in der Schweiz hergestellt aus lokalen Materialien. Und natürlich sollte das Design unserem Geschmack entsprechen.

Dann kam unsere Tochter zur Welt und wir bekamen ganz viel Kinderspielzeug geschenkt. Und ich fragte mich, wie sehr gewisse Spielzeugdesigner uns Eltern wohl hassen müssten. Aus Plastik, die Farbkombinationen möglichst komplementär, schrill, und dann machten die Dinger auch noch Musik. Sie verschwanden in einer Truhe, die unser kleines Baby noch lange nicht selber öffnen konnte.  

Doch irgendwann wurde unsere Tochter mobil und entdeckte das Ausräumen. Natürlich entdeckte sie auch die Truhe des von mir ungeliebten Spielzeuges. Für sie war es Liebe auf den ersten Blick. Ob es die bunten Farben waren? Die Beschaffenheit des Plastiks, auf dem es sich so wunderbar rumbeissen liess? Oder eben genau die Tatsache, dass das Spielzeug Musik machte und die Melodie änderte, wenn man draufhaute? 

Ich war verwirrt, hatte ich doch geglaubt zu wissen, mit welchem Spielzeug man sein Kind am besten förderte. Tja, falsch gedacht. Der Holzbeissring in Pastellfarben war ab diesem Tag vergessen. Das gleiche galt für die Stoffrassel, die ich mit viel Liebe von einer anderen Mama hatte nähen lassen.

Bei unserem zweiten Kind, dem kleinen Bruder, hatten wir keine Illusionen mehr. Schon früh bekam er ein singendes Feuerwehrauto aus Plastik, das schnell zu einem seiner Lieblingsspielzeuge wurde. Wer jetzt glaubt, dass Holz nur etwas für Erwachsene ist, der täuscht sich. Der Spielbogen aus Holz etwa, mit bunten Fischen und Glocken dran, entzückte unsere Kinder, bis sie laufen konnten. Und der kleine Bruder verbringt aktuell sehr viel Zeit mit dem Stapeln von Holzklötzen.

Wenn ich werdenden Eltern einen Tipp geben darf: Findet einen guten Mix aus Plastik- und Holzspielzeug. Geht auf die Bedürfnisse eurer Kinder ein. Und: Achtet beim Kauf darauf, dass man sprechendes Plastikspielzeug auch ausschalten kann.

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