«Mami, lass mich dir helfen»

«Geniess es doch, dass sie dir helfen will. Das macht sie die nächsten 20 Jahre nicht mehr freiwillig!» Dies sagte mir mein Mann vor kurzem, als ich mal wieder die Augen verdrehte, weil mir meine Tochter (2,5 Jahre) beim Zwiebelnschneiden helfen wollte.

Dabei war ich schrecklich hungrig und wollte einfach nur schnell etwas zum Abendessen kochen. Schnell? Mit kleinkindlicher Hilfe leider Mission impossible.

Irgendwann zwischen 1,5 und 2 Jahren begann sich unsere Tochter plötzlich dafür zu interessieren, was wir alles in unserem Alltag erledigen – also zeitgleich mit dem Start der Autonomiephase. Sie wollte bei allem dabei sein, bei allem mitwirken, eben bei allem helfen.

Dabei gibt es Dinge, bei der unsere Tochter eine richtige Hilfe ist. Etwa beim Brot backen, beim Wäsche waschen oder beim Geschirrspüler ausräumen. Es ist bis jetzt noch fast nichts zu Bruch gegangen. Auch bei der Körperpflege des kleinen Bruders bringt sie sich wirkungsvoll ein und hilft der Mama mit viel Enthusiasmus, alle möglichen Dinge zu suchen, die sie in ihrer Stilldemenz verlegt hat.

Und dann gibt es Dinge, bei denen die kleinkindliche Hilfe eher als Sabotage gewertet werden kann. Etwa beim Wäschezusammenlegen. Das kann man sich folgendermassen vorstellen: Mama – die wirklich keine begabte Hausfrau ist – faltet die Wäsche widerwillig zusammen. Tochter will dies selbstverständlich auch tun. Statt sich ein Kleidungsstück vom Wäscheständer zu holen, reisst das Kleinkind natürlich den soeben gefalteten Pullover wieder auseinander. Und Mama? Ja, die versucht ruhig zu bleiben. Was ihr aber nicht ganz immer gelingt.

Egal wie mühsam es scheinen mag: Es ist sehr wichtig für die Entwicklung, dass das Kind mithelfen darf. Nur durch das Mitwirken, das ständige Sich-selber-Fordern, lernt es und wächst über sich selber heraus. Meistens gelingt das Vorhaben nämlich (wenn auch oft mit Mamas Hilfe). Es braucht einfach viel Geduld und ganz viel Zeit. Wenn ihr also auch so ein lernbegieriges Kind zu Hause habt, dann plant von Letzterer genügend ein.

Eine Sache gibt es übrigens, bei der sich unsere Tochter so gar nicht fürs Helfen begeistern mag. Es ist natürlich – wie könnte es anders sein – das Aufräumen.

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